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04.08.2026 Venture-Capital-Markt findet neue Wege zur Liquidität

Die internationale Anwaltskanzlei Reed Smith hat ihren Mid-Year Review 2026 für Emerging Companies und Venture Capital veröffentlicht. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass der Markt für Börsengänge (IPOs) für viele durch Venture Capital finanzierte Unternehmen weiterhin herausfordernd bleibt. Allerdings helfen strategische Käufer, Wachstumsinvestoren und alternative Kapitalquellen dabei, die daraus resultierende Liquiditätslücke zu schließen. Nicht-traditionelle Investoren machen dabei einen zunehmenden Anteil des Transaktionsvolumens aus.

„Unternehmen, die geschäftskritische Probleme lösen, können Finanzierung und Exit-Optionen sichern, ohne auf ein enges Zeitfenster für einen Börsengang angewiesen zu sein. Strategische Käufer werden zunehmend zu einer attraktiven Alternative, und kapitalstrukturierte Unternehmen, die für Sekundärtransaktionen vorbereitet sind, ziehen institutionelle Sekundärmarktinvestoren an“, sagte Nick Foreste, Co-Leiter der Praxisgruppe Emerging Companies und Venture Capital bei Reed Smith.

Strategische M&A-Transaktionen werden zum wichtigsten Liquiditätsweg

Zu Beginn des Jahres 2026 erwarteten viele Marktbeobachter, dass eine anhaltende IPO-Flaute Venture-finanzierte Unternehmen ohne Exit-Möglichkeiten zurücklassen würde. Zwar bleibt der IPO-Markt für viele Firmen schwierig, doch die befürchtete „SaaS-Pokalypse“ ist weitgehend ausgeblieben. Strategische Käufer und Wachstumsinvestoren haben die Liquiditätslücke für Unternehmen geschlossen, die geschäftskritische Probleme lösen und einen nachweisbaren Product-Market-Fit vorweisen können.

Liquidität ist zurück – aber nicht für alle

Die erste Hälfte des Jahres 2026 brachte auf dem Papier Rekordwerte. Berichten zufolge war das erste Quartal das stärkste Exit-Quartal aller Zeiten. Allein der Börsengang von SpaceX mit einer Bewertung von rund 1,75 Billionen US-Dollar übertraf den Gesamtwert sämtlicher VC-finanzierter Börsengänge seit 2016. Allerdings entfällt nahezu der gesamte Wert auf eine kleine Gruppe von Unternehmen. Für alle anderen hängt die Liquidität weiterhin maßgeblich von der Qualität des Unternehmens und dem Zugang zu Sekundärmarkt-Käufern ab.

Das IPO-Fenster stand vor allem profitablen Unternehmen oder Firmen aus Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Kryptowährungen, Fintech, Verteidigung und Raumfahrt offen. Da etwa 81 % des Handels auf dem Sekundärmarkt auf die 20 größten Namen konzentriert sind, sollten Investoren in Betracht ziehen, frühzeitig Positionen bei der nächsten Generation qualitativ hochwertiger Unternehmen aufzubauen, bevor Mega-IPOs die Landschaft des Sekundärmarktes erneut verändern.

Aufstieg nicht-traditioneller Investoren

Nicht-traditionelle Investoren spielen eine immer wichtigere Rolle. Deals mit Corporate-Venture-Capital-Gesellschaften und Infrastrukturfonds machen einen wachsenden Anteil des gesamten Transaktionsvolumens aus. Private-Equity-Investoren, die sich traditionell auf Buyouts und Mehrheitsbeteiligungen konzentrieren, tätigen zunehmend spekulative Minderheitsbeteiligungen im Bereich Künstliche Intelligenz, um von dessen raschem Wachstum zu profitieren.

Während sich ein Großteil dieser Aktivitäten auf größere Transaktionen in späteren Unternehmensphasen konzentriert, suchen auch Start-ups in frühen Entwicklungsstadien nach solchen Finanzierungsquellen. Gründer setzen dabei verstärkt auf klar definierte thematische Nischen und sprechen Fonds an, deren Anlageschwerpunkte mit ihrem Sektor übereinstimmen. Dazu zählen auch Unternehmen, die neben Kapital zusätzliche Mehrwerte wie Marktzugang, Vertriebskanäle und Branchenwissen bieten können.

„Wir beobachten, dass anspruchsvolle Investoren weit über das traditionelle Vorgehensmodell hinausgehen. Private-Equity-Gesellschaften und Corporate-Venture-Einheiten konkurrieren inzwischen direkt mit klassischen Venture-Capital-Investoren um Beteiligungen an hochwertigen Unternehmen. Erfolgreich sind diejenigen, die sich auf Branchen konzentrieren, in denen sie konkrete und differenzierende Expertise einbringen können“, sagte Teresa Tate, Co-Leiterin der Praxisgruppe Emerging Companies und Venture Capital bei Reed Smith.

Darüber hinaus nimmt die grenzüberschreitende Venture-Capital-Aktivität zwischen den USA und Europa weiter zu. US-Fonds investieren verstärkt in europäische Märkte, während europäische Gründer Kapital von US-Investoren einwerben oder ihre Geschäftstätigkeit in die USA ausweiten.

„Das europäische Venture-Ökosystem ist gereift. Deutschland bringt herausragende Unternehmen in den Bereichen Enterprise AI, Climate Tech, Deep Tech, Gesundheitswesen und Life Sciences hervor“, sagte Thomas Strassner, Partner im Münchner Büro von Reed Smith.

Das Team von Reed Smith für Emerging Companies und Venture Capital, das seine Präsenz zuletzt in München und im Nahen Osten ausgebaut hat, berät Gründer, Investoren und Wachstumsunternehmen in allen Entwicklungsphasen. Die Kanzlei begleitet jährlich Hunderte von Transaktionen, darunter Wachstumsfinanzierungen, KI-Infrastrukturprojekte und komplexe grenzüberschreitende Transaktionen.


























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