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30.07.2026 Justizvollzugsanstalt Passau: Planungsbüro und Elektrofirma gekündigt

Im Oktober 2022 war Grundsteinlegung für den Neubau der Justizvollzugsanstalt Passau, die Übergabe an die Justiz war für 2027 geplant. Gravierende Fehler bei der Elektroplanung und auch der -ausführung werfen das Projekt erheblich zurück und werden zu Mehrkosten führen.

Für Bayerns Bauminister Christian Bernreiter eine mehr als ärgerliche Entwicklung: „Schon jetzt ist die Liste der mangelhaften Planung und Ausführung im Elektrobereich lang. Das ganze Ausmaß muss zeitaufwendig ermittelt werden. Wir werden so schnell wie möglich mit neuen Unternehmen weiterarbeiten, aber der Zeitverlust ist nicht mehr aufzuholen. Es wird eine gewaltige Kraftanstrengung für alle Beteiligten, die Baustelle wieder in Fahrt zu bringen.“

Die ermittelten Mängel reichen von einer mangelhaften Netzberechnung über unsachgemäß verlegte Leitungen bis hin zu einer mangelhaften Planung des Sicherheitszauns. Erste Mängel hat das Staatliche Bauamt Passau bereits 2025 festgestellt. Das gesamte Ausmaß zeigte sich allerdings erst durch die überaus zeitaufwendige Überprüfung von Elektroplanung und -ausführung. Teils fertiggestellte Wände und Böden mussten wieder geöffnet werden. Insgesamt umfasst die Anlage 162.000 Kubikmeter umbauten Raum mit einer Nutzfläche von 17.000 Quadratmetern. Inzwischen wurden sowohl dem Planungsbüro als auch der ausführenden Firma gekündigt. Die neuen Planer sollen ab September die Arbeit aufnehmen.

„Selbstverständlich werden wir Schadensersatzansprüche verfolgen, aber die Kosten sind nur eine der Herausforderungen. Genauso ärgerlich ist, dass wir den Bau nicht wie geplant 2027 übergeben können“, so Bernreiter.

Aktuell geht das Staatliche Bauamt Passau von einer Kostenerhöhung im höheren zweistelligen Millionenbereich aus. Aufgrund der erheblichen Rückbaumaßnahmen und der umfassenden Neuplanungen wird der Neubau erst 2028 wieder voll durchstarten können. Alle Optimierungsmöglichkeiten werden unter Einbindung der neuen Planer intensiv geprüft und genutzt. Ein belastbares Datum für die Übergabe der neuen Justizvollzugsanstalt kann aktuell nicht genannt werden.

Insgesamt sind in dem Neubau in Passau 450 Haftplätze vorgesehen. In den elf Bauteilen sind neben den Hafträumen auch drei Arbeitsbetriebe, Werkstätten für die Justizvollzugsanstalt, Verwaltung, Torwache sowie Anlagen für Sport und Freizeit, Gesundheitsfürsorge und eine voll ausgestattete Großküche geplant. Durch den Neubau der Justizvollzugsanstalt soll die im Innenstadtbereich gelegene Justizvollzugsanstalt ersetzt und erweitert werden.



























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