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28.07.2026 Logistik-/Industrieobjekte: Verteidigungsausgaben erhöhen Nachfrage

Europas steigende Verteidigungsausgaben dürften die Nachfrage nach Industrie- und Logistikimmobilien deutlich erhöhen, wie die Experten von BNPP AM Alts in einer Analyse zu den Folgen steigender Verteidigungsausgaben feststellen. In ihrem Hauptszenario gehen sie davon aus, dass die Verteidigungsausgaben bis 2030 auf 2,9 Prozent des europäischen Bruttoinlandsprodukts steigen. Dadurch könnten 233.000 zusätzliche verteidigungsbezogene Arbeitsplätze in Produktion und Logistik sowie ein zusätzlicher Flächenbedarf von 16 Millionen Quadratmetern entstehen. Dies entspräche rund 9 Prozent des durchschnittlichen jährlichen europäischen Logistikflächenumsatzes der vergangenen zehn Jahre.

„Der kurzfristige Fokus auf Aufrüstung dürfte zusätzliche Nachfrage nach Lager- und Produktionsflächen erzeugen. Dieser Anstieg der industriellen Nettoabsorption sollte bedeutende Möglichkeiten beim Erwerb bestehender Immobilien und bei neuen Projektentwicklungen eröffnen“, erklärt Justin Curlow, Global Head of Research & Strategy bei BNPP AM Alts.

Am stärksten dürfte der zusätzliche Bedarf in Großbritannien, Deutschland und Frankreich ausfallen. Das Modell von BNPP AM Alts weist für Großbritannien rund 3,3 Millionen Quadratmeter, für Deutschland etwa 2,9 Millionen und für Frankreich rund 2,2 Millionen Quadratmeter zusätzliche Industrie- und Logistikfläche aus. Besonders profitieren dürften bestehende Verteidigungscluster, die Zugang zu spezialisierten Arbeitskräften, Forschungsinstitutionen und leistungsfähiger Verkehrsinfrastruktur bieten.

Für Deutschland schätzt der Bericht den Umsatz der Verteidigungsindustrie im Jahr 2025 auf 42 bis 48 Milliarden Euro. Rund 150.000 Menschen seien direkt in der Branche beschäftigt; unter Einbeziehung der Zulieferer und der indirekten Beschäftigung steige die Zahl auf ungefähr 250.000. Kurzfristig dürften vor allem West- und Mitteldeutschland von Investitionen in Munition, Mobilität sowie Luft- und Raketenabwehr profitieren. Mittelfristig verlagere sich das Wachstum stärker zu den Marine- und Schiffbaustandorten im Norden, während Süddeutschland langfristig den Hochtechnologie-Schwerpunkt bilde. Auf Bayern und Baden-Württemberg entfalle bereits heute fast die Hälfte der deutschen Verteidigungsbeschäftigung.

Der zusätzliche Immobilienbedarf beschränke sich nicht auf die Produktionsstätten großer Verteidigungshersteller. Auch deren zahlreiche Zulieferer, Logistikdienstleister sowie Anbieter von Komponenten, Drohnen und Kommunikationssystemen benötigten Flächen. Während große Hersteller für ihre komplexen Produktionsprozesse häufig maßgeschneiderte, eigengenutzte Gebäude bevorzugten, seien für viele Unternehmen ihrer Lieferketten moderne, flexible Industrie- und Logistikeinheiten geeignet.

Spezielle Sicherheits-, Lager- und Produktionsanforderungen könnten die Ausbau- und Ausstattungskosten verteidigungsbezogener Flächen nach einer im Report zitierten Savills-Schätzung um 20 bis 40 Prozent gegenüber gewöhnlichen Industrieflächen erhöhen. Hoch spezialisierte Immobilien könnten bei langfristigen Mietverträgen zwar stabile Erträge mit bonitätsstarken Mietern aus einem wenig konjunkturabhängigen Sektor bieten. Bei einem Auszug des Mieters seien sie jedoch schwieriger neu zu vermieten. „Die Vermietung standardisierter, moderner Industrie- und Logistikflächen an Verteidigungszulieferer kann deshalb bessere risikobereinigte Chancen bieten als die direkte Vermietung an große Verteidigungshersteller“, resümiert Curlow.


























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