News RSS-Feed

22.07.2026 Salvis und Bayernwerk besiegeln Energienetzwerk für Sugar Valley

CREDITS: © Salvis Consulting AG
Am 16. Juli 2026 haben die Salvis Consulting AG und die Bayernwerk Natur GmbH den Vertrag zur Realisierung des quartiersweiten Energienetzes für das neue Quartier Sugar Valley in München-Obersendling unterzeichnet. Entwickelt haben das Konzept Salvis, E.ON, Bayernwerk Natur, Alpha IC, Transsolar und GSK gemeinsam. Die Bauarbeiten für das Energienetz beginnen bereits im kommenden Jahr.

Herzstück des Systems wird ein unterirdisches Niedertemperaturnetz, das alle Gebäude des Quartiers verbinden wird. Im Rohrnetz soll vortemperiertes Wasser mit 15 bis 25 Grad zirkulieren. Den Rest werden Wärmepumpen erledigen: Sie bringen die Temperatur auf das Niveau, das in den Gebäuden gebraucht wird. Anders als eine Gasheizung verbrennt eine Wärmepumpe nichts: Sie entzieht einem Medium, etwa der Umgebungsluft oder Wasser, Wärme oder Kälte und verdichtet sie auf ein nutzbares Niveau. Es ist dasselbe Prinzip, wie man es von Kühlschränken kennt. Umgekehrt speisen die Gebäude ihre eigene Abwärme und -kälte zurück ins Netz.

Mit dem Energie-Netzwerk zeigt sich der Vorteil der Nutzungsmischung: Wohnen, Büro, Hotel, Event und Gewerbe heizen und kühlen zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichem Ausmaß. Läuft in einem Bürogebäude tagsüber die Kühlung, entsteht dabei Abwärme, die ein anderes Gebäude im selben Moment für Warmwasser nutzen kann – und umgekehrt. Über das gemeinsame Netz wird diese Energie weitergeleitet, statt ungenutzt zu verpuffen. Und für den Fall, dass die Energie nicht gleich an anderer Stelle benötigt wird, kann sie im Wärmespeicher oder im Wasser der Sprinklertanks zwischengespeichert werden.

Auch beim Strom für die Wärmepumpen bleibt die Kette frei von fossilen Quellen. Der Großteil kommt von den eigenen Photovoltaikanlagen der Gebäude auf den Dächern des Quartiers. Was die Sonne nicht liefern kann, deckt ein langfristiger Liefervertrag über Ökostrom aus externen erneuerbaren Quellen. Von der Stromerzeugung bis zur Wärmeabgabe im einzelnen Gebäude läuft das System damit vollständig CO?-neutral. Deshalb wird das Projekt im Rahmen von NextGenerationEU von der EU gefördert.

Torsten Bischoff, Geschäftsführer der Sugar Valley Projektgesellschaft, über die Bedeutung der Energienetz-Kooperation mit E.ON und dem Bayernwerk: „Bei Sugar Valley fließen Wärme und Kälte genau dorthin, wo sie gerade gebraucht werden. Die verschiedenen Häuser profitieren vom Austausch untereinander. Das ist ein Ansatz, den es in dieser Form in Deutschland noch nicht gibt, und er zahlt sich direkt aus: für das Klima, für den Betrieb und letztendlich für alle, die hier einziehen.“

Denn für Mieterinnen und Mieter bedeutet das System vor allem langfristige Planbarkeit. Sie bleiben von den Preisschwankungen fossiler Energieträger weitgehend unberührt, die Nebenkosten lassen sich auf Dauer kalkulieren. Und weil das System ohne fossile Energieträger arbeitet, entfällt die CO?-Abgabe vollständig. Die Kosten, die bei fossilen Systemen zwischen Vermieter und Mieter aufgeteilt werden und mit jeder Preisstufe weiter steigen, fallen in Sugar Valley schlicht nicht an.

Franco Gola, Geschäftsführer der Bayernwerk Natur GmbH, ergänzt: „Sugar Valley ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie durch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit und die ganzheitliche Betrachtung eines Quartiers individuelle Energielösungen entstehen. Statt einzelner Bausteine haben wir gemeinsam mit dem Kunden ein integriertes Konzept entwickelt, das passgenau auf die Anforderungen vor Ort zugeschnitten ist. So schaffen wir nachhaltige und wirtschaftliche Energielösungen, die langfristig überzeugen.“

Das Bayernwerk-Signing ist die technische Umsetzung eines Anspruchs, der im 100-Punkte-Plan von Sugar Valley von Anfang an festgeschrieben war: ein Quartier, das als Ganzes CO?-neutral betrieben wird. Die LEED-ND-Zertifizierung in Platin, die Sugar Valley bereits erhalten hat, bewertet genau diesen quartiersweiten Ansatz und nicht einzelne Bauteile. Das Energienetz ist damit das technische Rückgrat, das diesen Anspruch im laufenden Betrieb einlöst. Die Beteiligung von Alpha IC an der Zertifizierung und von Transsolar am Energiekonzept zeigt, wie viele Disziplinen zusammenspielen mussten, damit aus einem Nachhaltigkeitsziel ein vertraglich abgesichertes System und schließlich gebaute Realität wird.

SUGAR VALLEY: Sugar Valley entsteht auf dem ehemaligen Betonwerks- und Siemens-Areal in München-Obersendling. Es ist ein neues, gemischt genutztes Quartier mit Büros, Wohnungen, Gastronomie und Kultur auf rund 160.000 Quadratmetern Mietfläche. Kurze Wege prägen das Konzept: Alle Angebote des täglichen Bedarfs sind in wenigen Gehminuten erreichbar, der Autoverkehr erfolgt ausschliesslich unterirdisch . Das Quartier ist als erstes in Deutschland mit dem LEED-Zertifikat Neighbourhood Development in Platin ausgezeichnet und wird vollständig fossilfrei mit Energie versorgt.






























Leserumfrage
Wir schätzen Ihre Expertenmeinung!
Hier ist unsere Leserumfrage:
schnell & unkompliziert
Jetzt starten!