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07.07.2026 Investmentmarkt Frankfurt: Volumen zum Vorjahr mehr als verdoppelt

Der Frankfurter Investmentmarkt erzielt zur Jahresmitte 2026 ein Transaktionsvolumen von rund 600 Mio. €. Davon entfielen rund 250 Mio. € auf das zweite Quartal. Zwar liegt das Volumen damit weiterhin rund 70 % unter dem langjährigen Durchschnitt, im Vorjahresvergleich wurde jedoch ein deutlicher Zuwachs verzeichnet (+153 %). Vor dem Hintergrund des wieder komplexeren Marktumfelds ist diese Entwicklung bemerkenswert: Der Iran-Krieg und die gestiegenen Energiepreise haben die Zinserwartungen gedreht und die konjunkturellen Unsicherheiten erhöht, sodass sich Verkaufsprozesse insbesondere zu Beginn des zweiten Quartals wieder stärker in die Länge gezogen haben. Umso positiver ist zu werten, dass kurz vor Quartalsende Bewegung in den Markt gekommen ist und dabei auch im für Frankfurt marktbestimmenden Bürosegment Abschlüsse registriert wurden. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.


„Trotz des aktuell von höheren Finanzierungs- und Opportunitätskosten geprägten Umfelds zeigt sich im Office- und Highstreet-Segment bislang keine nennenswerte Änderung der Nettospitzenrenditen, sodass hier unverändert 4,50 % bzw. 3,75 % anzusetzen sind. Im Bürosegment wird diese Seitwärtsbewegung insbesondere durch das aktuell starke Mietwachstum im Spitzensegment gestützt, das die Ertragsperspektiven hochwertiger Core-Objekte in Top-Lagen zusätzlich verbessert. Im Logistiksegment führt der Aufwärtsdruck dagegen zu einer leichten Anpassung um 10 Basispunkte auf 4,60 %“, erläutert Riza Demirci, Geschäftsführer und Frankfurter Niederlassungsleiter der BNP Paribas Real Estate GmbH.

Büroobjekte machen Gros des Volumens aus, Markt weiterhin vergleichsweise kleinteilig

Büroinvestments prägten in der ersten Jahreshälfte wieder deutlich die Frankfurter Marktstruktur und machten mit rund 57 % mehr als die Hälfte des Transaktionsvolumens aus. Mit 343 Mio. € liegt das absolute Volumen allerdings weiterhin 76 % unter dem langjährigen Halbjahresschnitt. Positiv hervorzuheben ist die wachsende Zahl an Bürotransaktionen, die auf eine wieder breitere Marktaktivität hindeutet. Diese spielt sich bislang allerdings vor allem im kleineren und mittleren Größensegment bis rund 70 Mio. € ab. Weitere nennenswerte Umsatzanteile entfallen darüber hinaus noch auf Hotelimmobilien (anteilig 11 %) sowie das Retail-Segment (10 %).

Diese Verschiebung hin zu kleineren und mittleren Tickets zeigt sich auch in der Größenklassenverteilung. Zwar steigt das Transaktionsvolumen insgesamt sukzessive, großvolumige Abschlüsse bleiben jedoch weiterhin rar. Im Anschluss an den Zinsschock wurden seit 2023 bis heute in Frankfurt lediglich vier Transaktionen im dreistelligen Millionenbereich registriert, davon mit dem „The Move Blue“ nur eine klassische Office-Transaktion mit einem bestehenden Büroobjekt. Im laufenden Jahr wurde, wie auch 2025, derweil noch keine Transaktion oberhalb von 100 Mio. € registriert. Größte Transaktion ist der Ankauf der Büroimmobilie Overture in der Junghofstraße 13-15 durch die VKB aus dem ersten Quartal.

Perspektiven

„Nach dem spürbar stärkeren ersten Halbjahr fällt der Ausblick für den Frankfurter Investmentmarkt verhalten optimistisch aus. Die Marktaktivität hat gegenüber den Vorjahren sichtbar zugenommen. Ob es in der zweiten Jahreshälfte auch zu größeren Volumensprüngen kommt, wird jedoch maßgeblich davon abhängen, ob Großtransaktionen finalisiert werden. Für den Standort spricht, dass Frankfurt als internationale Finanz- und Dienstleistungsmetropole auch auf der Nutzerseite weiterhin über robuste Fundamentaldaten verfügt. Insbesondere die Nachfrage nach hochwertigen Büroflächen und das starke Mietwachstum im Spitzensegment stützen die Ertragsperspektiven und dürften den Markt auch in der zweiten Jahreshälfte im Investorenfokus halten. Vor diesem Hintergrund ist es aus heutiger Sicht wahrscheinlich, dass das Investmentvolumen bis zum Jahresende die Marke von 1 Mrd. € deutlich überschreitet“, prognostiziert Riza Demirci.

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld bleibt gleichwohl anspruchsvoll. Der Irankrieg hat über höhere Energiepreise und veränderte Zinserwartungen erneut mehr Volatilität in die Kapitalmärkte gebracht und die Finanzierungskosten wieder stärker in den Fokus gerückt. Zwar ist aktuell keine erneute deutliche Verteuerung der Finanzierung absehbar, eine schnelle Entlastung zeichnet sich jedoch ebenfalls nicht ab. Kurzfristig bleibt damit wenig Raum für sinkende Renditen. Punktuelle Anpassungen einzelner Assetklassen nach oben sind derweil möglich.



























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