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06.07.2026 Der DGB versteht den Wohnungsmarkt nicht

„Dass der Deutsche Gewerkschaftsbund einen Mietenstopp fordert, da die Angebotsmieten in den letzten zehn Jahren in baden-württembergischen Großstädten um 50% gestiegen seien, zeugt von großer Unkenntnis des Wohnungsmarktes und von Marktwirtschaft im Allgemeinen“, so Haus & Grund Stuttgart-Vorsitzender Joachim Rudolf und Geschäftsführer Ulrich Wecker: „Weder gibt es eine Mietenexplosion, noch würde ein Mietenstopp Wohnraum schaffen. Der DGB verrennt sich in billigem Populismus.“

„Der DGB solle sich auf seine ureigene Aufgabe beschränken, nämlich für auskömmliche Löhne zu sorgen, mit denen dann marktgerechte und halbwegs rentierliche Mieten bezahlt werden können“, so Wecker. „Wahr ist, dass in Stuttgart die Mieten stagnieren, die Mietbelastung unter den Kriterien für die Mietpreisbremse liegt und immer mehr private Vermieter sich überlegen, aufzuhören. Ein Mietenstopp würde das Eigentumsrecht mit Füßen treten und dazu führen, dass überhaupt nicht mehr in Wohnraum investiert wird. Das wäre das Todesurteil für den Wohnungsmarkt“, so Rudolf.

Das ist aus mehreren Gründen so: Erstens: Die Angebotsmieten bilden nicht den Wohnungsmarkt ab, denn die auf Internetportalen angebotenen Wohnungen repräsentieren in keinster Weise das Gros der vermieteten Wohneinheiten.

Zweitens: Die Mieten folgen der Lohnentwicklung: So sind in Stuttgart die vom DGB herangezogenen Angebotsmieten zwischen 2015-2025 um 37% gestiegen, die Löhne um 31%.

Drittens: Schaut man sich die Entwicklung der tatsächlichen Mieten (laut Mietspiegel) an, so zeigt sich ein ganz anderes Bild: So liegen diese bei € 11,15, 2015 lagen sie bei € 8,44 – ein Anstieg um 32%.

Viertens: Die Stadt Stuttgart schreibt in ihrem Wohnungsmarktbericht 2025: „Im Allgemeinen wird eine Mietbelastung von 30 Prozent, also der Anteil der Mietkosten am Haushaltsnettoeinkommen, als angemessen betrachtet […] Die durchschnittliche Mietbelastungsquote der Stuttgarter Haushalte liegt bei 29 Prozent.“

Fünftens: Die Zahl der Haushalte und der Einwohner in Stuttgart stagniert seit Jahren und ist auf aktuell 604.000 gesunken, gleichzeitig kamen mehr Wohnungen hinzu.

Sechstens: Die Mieten in Stuttgart sind im aktuellen Mietspiegel mit einer nominellen Steigerung von gerade noch 1 % in zwei Jahren sogar real gesunken, wenn man die Inflationsrate und vor allem die vom DGB erstrittenen Lohnerhöhungen dagegensetzt. Für das erste Halbjahr 2025 hat der Maklerverband IVD zudem ein Nullwachstum bei den Mieten ermittelt.

Und schließlich: Instrumente wie die Mietpreisbremse bremsen Investitionen in Wohnraum und machen das Vermieten in Stuttgart zunehmend schwieriger. Gleichzeitig wirkt sie nicht wie erhofft – sie schafft keinen günstigen Wohnraum, sondern reduziert das Wohnungsangebot eher, da sich Investitionen in und das Vermieten von Wohnraum finanziell nicht mehr lohnen. Mietpreisbegrenzungen oder gar Mietenstopp und Mietendeckel erreichen zudem das gesellschaftlich legitime Ziel nicht, Bedürftige mit Wohnraum zu versorgen. Im Gegenteil: Diese Instrumente können zur Folge haben, dass gutsituierte Mieter niedrige Mieten für große Wohnungen zahlen. Bei der Mieterauswahl werden weiterhin diejenigen Mieter mit einer guten Bonität bevorzugt.



























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