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03.07.2026 Bayerische Wohnungsgenossenschaften unter starkem Druck

Am 4. Juli 2026 ist der Internationale Tag der Genossenschaften – Feierstimmung kommt allerdings bei Bayerns Wohnungsgenossenschaften nicht auf. Sie stehen durch hohe Baukosten, knappes Bauland und eine schwierige Förderkulisse unter Druck. Ihre zentrale Rolle als Anbieter bezahlbarer Wohnungen im Freistaat ist gefährdet.

Neugründungen: Das erste Projekt ist eine gewaltige Hürde

36 neue Wohnungsgenossenschaften sind in Bayern zwischen 2015 und 2021 gegründet worden – doch der Start gelingt in den letzten Jahren immer seltener. Seit 2021 kamen bayernweit nur noch insgesamt acht Neugründungen hinzu. Hans Maier, Verbandsdirektor des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen, erklärt die Trendwende: „Für ihr erstes Bauprojekt sehen sich Neugründungen mit zu hohen Baukosten konfrontiert, gleichzeitig ist geeignetes und bezahlbares Bauland in bayerischen Ballungsräumen knapp.“

Hinzu komme eine Förderkulisse, die sich junge Genossenschaften oftmals nicht leisten können. Zum einen erhöhen knappe Fördermittel die Planungsunsicherheit dramatisch, zum anderen machen die neuen Auszahlungsstaffelungen beim geförderten Wohnungsbau teure Zwischenfinanzierungen nötig. Der Verband fordert für Start-up-Genossenschaften vom Freistaat eine bessere Unterstützung.

Hohe Baukosten bremsen Neubau

Auch etablierte Genossenschaften bauen seit 2022 spürbar weniger. Verbandsdirektor Maier erklärt: „Um aktuelle Baukosten zu refinanzieren, wären oftmals Mieten von mehr als 18 Euro pro Quadratmeter nötig. Ein Mietniveau, das Genossenschaften ihren Mitgliedern weder anbieten wollen noch können.“ Deshalb fordert der Verband dringend Maßnahmen zur Baukostensenkung, insbesondere die gesetzliche Verankerung des Gebäudetyps-e im BGB. „Die Umsetzung dauert viel zu lange“, kritisiert Maier.

Genossenschaften: der günstigste und sicherste Weg zur Miete

Die 348 bayerischen Wohnungsgenossenschaften sind ein Stabilitätsanker auf dem bayerischen Wohnungsmarkt. Die Mitglieder sind Miteigentümer und Wohnungsnutzer. Sie erhalten mit dem genossenschaftlichen Dauernutzungsrecht ein faktisch lebenslanges Wohnrecht. Kündigungen wegen Eigenbedarfs oder ein Verkauf der Wohnung sind ausgeschlossen. Nirgendwo in Bayern wohnt man günstiger zur Miete als bei einer Wohnungsgenossenschaft: Die Durchschnittsmiete liegt bei 6,75 Euro pro Quadratmeter.

























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