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24.06.2026 Büroimmobilien bei Kreditgebern in Europa wieder stärker gefragt

Die Einstellung von Kreditgebern gegenüber Büroimmobilien verbessert sich weiter. Insbesondere das Interesse an erstklassigen Objekten („Prime Assets“) erlebt eine Renaissance. Das geht aus der neuen Studie European Lender Intentions Survey* des globalen Immobiliendienstleisters CBRE hervor.

Die Befragten stuften Büroimmobilien als den drittattraktivsten Sektor ein und damit drei Plätze höher als noch in der Umfrage von 2025, in der sie Rang sechs belegten. Betrachtet nach Kreditgebertypen wurden Büroimmobilien seitens Banken lediglich von Wohnimmobilien übertroffen, was auf ein erneuertes Vertrauen in die Fundamentaldaten des Sektors hindeutet.

„Für CBRE waren Büroimmobilien in den vergangenen drei Jahren die wichtigste Assetklasse bei der Fremdkapitalbeschaffung. Die Ergebnisse unserer diesjährigen Umfrage spiegeln die Übereinstimmung zwischen Absicht und tatsächlicher Marktaktivität wider“, sagt Chris Gow, Head of Debt Advisory Europe bei CBRE. „Wir beobachten sinkende Finanzierungsmargen, die günstigere Kredite ermöglichen. Gleichzeitig unterstreichen steigende Investitionsvolumina im Bürosegment und das weiterhin begrenzte Angebot die Stärke des Sektors.“

Nach Angaben von CBRE erreichte das Investitionsvolumen für Büroimmobilien in Europa im ersten Quartal 2026 10,7 Milliarden Euro, was einem Anstieg von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Für das Gesamtjahr 2025 belief sich das Volumen auf 48,5 Milliarden Euro, ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Pariser Bürogebäude Trocadéro, das CBRE im vergangenen Jahr veräußerte, erhielt die größte Finanzierung eines Einzelobjekts innerhalb Europas seit der Pandemie und verdeutlicht damit die Bereitschaft der Banken, auch großvolumige Bürotransaktionen zu finanzieren.

„Den Spitzenplatz im Ranking behauptet weiterhin der Wohnsektor, gefolgt von Industrie- und Logistikimmobilien“, sagt Prof. Dr. Ralf J. Klann Head of Debt and Structured Finance Germany. Zwar nannten nur wenige Kreditgeber Rechenzentren als bevorzugten Sektor, die Stimmung gegenüber diesem Segment hat sich jedoch deutlich verbessert. Zudem verzeichnen neue Finanzierungen höhere durchschnittliche Loan-to-Value-Quoten als im Vorjahr.

„Rechenzentren stehen im Zentrum der digitalen Infrastruktur und des Wachstums von Künstlicher Intelligenz. Entsprechend richten Kreditgeber ihren Blick zunehmend auf diesen Sektor“, so Klann weiter. „Gleichzeitig fehlt einigen Marktteilnehmern aufgrund begrenzter Erfahrung und Branchenkenntnisse noch die notwendige Überzeugung.“

Ähnlich wie bei Rechenzentren gewinnen auch alternative Immobiliensegmente wie Co-Living, bezahlbarer Wohnraum, Seniorenwohnen, Gesundheitsimmobilien und Self-Storage an Aufmerksamkeit. 86 Prozent der Kreditgeber gaben an, mindestens eines dieser alternativen Segmente finanzieren zu wollen – ein Anstieg um fünf Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Während Banken vor allem wohnungsnahe Teilsegmente bevorzugen, zeigen sich Nichtbanken deutlich offener für Investitionen über das gesamte Spektrum alternativer Nutzungsarten hinweg.

Fast drei Viertel der Kreditgeber (72 Prozent) planen, ihre Kreditvergabeaktivitäten gegenüber dem Vorjahr auszuweiten. Dies deutet darauf hin, dass die Liquidität an den Immobilienfinanzierungsmärkten trotz veränderter makroökonomischer Rahmenbedingungen in Europa weiterhin robust bleibt.

Die Studie zeigt zudem eine deutlich gestiegene Bereitschaft zur Bereitstellung von Fremdkapital für Projektentwicklungen. Der Anteil der Kreditgeber, die entsprechende Finanzierungen anbieten wollen, stieg von 60 Prozent im Jahr 2025 auf 69 Prozent im Jahr 2026. Unter den Nichtbanken liegt dieser Wert sogar bei 81 Prozent, was deren höhere Risikobereitschaft widerspiegelt. Banken konzentrieren sich dagegen nahezu ausschließlich auf Senior Loans.

Dr. Jan Linsin, Head of Research Germany bei CBRE, erklärt: „Die unsichere geopolitische Lage beschäftigt die Marktteilnehmer weiterhin. Gleichzeitig spielen rückläufige Investitionsvolumina in den Sorgen der Kreditgeber eine geringere Rolle als in den Vorjahren. Zusammen mit der verbesserten Stimmung über alle Immobiliensegmente hinweg deutet dies auf eine Verbesserung der Fundamentaldaten am Immobilienmarkt hin.“

„Für die zweite Jahreshälfte erwarten wir eine starke Nachfrage nach neuen Finanzierungen, da Banken und Debt Funds ihre Budget- und Allokationsziele vor Jahresende erreichen wollen“, so Klann abschließend.


























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