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22.06.2026 Mieter in Deutschland sind mit Wohnsituation überwiegend zufrieden

Trotz der anhaltend kritischen öffentlichen Debatte über Wohnungsmangel und steigende Mieten ist die große Mehrheit der Menschen in Deutschland mit ihrer Wohnsituation zufrieden. Das ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Heimstaden Germany GmbH durchgeführt hat. 89 Prozent der Bevölkerung gaben an, mit ihrer Wohnsituation „sehr zufrieden“ (38 Prozent) oder „zufrieden“ (51 Prozent) zu sein; nur 9 Prozent äußerten sich weniger oder gar nicht zufrieden. Dieser Wert ist seit mindestens zwei Jahrzehnten nahezu unverändert.

Auch unter Mietern fällt das Urteil deutlich positiv aus: 83 Prozent sind mit ihrer Wohnsituation zufrieden oder sehr zufrieden. „Die öffentliche Berichterstattung erweckt den Eindruck, ein großer Teil der Bevölkerung lebe ungewollt in prekären Wohnverhältnissen. Die Daten zeigen ein anderes Bild“, sagt Dr. Thomas Petersen, Projektleiter beim Institut für Demoskopie Allensbach. „Die reale Wohnsituation der allermeisten Mieterinnen und Mieter ist weitaus besser, als es die Debatte vermuten lässt.“

„Als langfristig orientierter Wohnungsanbieter wollten wir belastbar wissen, wie Mieter ihre Wohnsituation tatsächlich erleben. Deshalb haben wir mit Allensbach ein unabhängiges Institut beauftragt, dessen repräsentative Zahlen für sich sprechen. Transparenz auf einer sauberen Datenbasis ist aus unserer Sicht die Voraussetzung dafür, die wohnungspolitische Diskussion sachlich und faktenbasiert zu führen“, so Jakub Mika, Geschäftsführer bei Heimstaden.

Immobilienunternehmen schneiden als Vermieter vergleichsweise gut ab

Ein im öffentlichen Diskurs häufig vermitteltes Bild gerät durch die Umfrage besonders ins Wanken: das des Immobilienunternehmens als ausschließlich gewinnorientierter und mieterunfreundlicher Vermieter. Tatsächlich verzeichnen Wohnungen im Besitz von Immobilienunternehmen den niedrigsten Anteil unzufriedener Mieter aller untersuchten Eigentümergruppen – nur 12 Prozent äußerten sich hier weniger oder gar nicht zufrieden mit ihrer Wohnsituation.

Auch bei einzelnen Qualitätsaspekten liegen professionelle Anbieter vorn:

• Bauliche Qualität: 81 Prozent der Mieter von Immobilienunternehmen sind mit dem baulichen Zustand ihrer Wohnung zufrieden – der höchste Wert aller Eigentümergruppen (private Vermieter und Kommunen: jeweils 77 Prozent).

• Modernität der Technik im Haus: 76 Prozent der Mieter von Immobilienunternehmen zeigen sich zufrieden und liegen damit an der Spitze.

• Verhältnis zum Vermieter: 77 Prozent bewerten dieses als gut oder sehr gut – nur Privatpersonen als Vermieter erreichen mit 80 Prozent einen geringfügig höheren Wert.

„Immobilienunternehmen sind aus Sicht ihrer Mieter keinesfalls die schlechteren Vermieter – im Gegenteil, bei Bausubstanz und technischer Ausstattung schneiden sie am besten ab“, so Dr. Petersen.

Die eigentliche Belastung sind die Wohnkosten – vor allem in den Metropolen

Den klaren Schwerpunkt der Belastung markieren die Wohnkosten. 52 Prozent der Mieter bezeichnen ihre Miete als große oder sehr große finanzielle Belastung. Besonders ausgeprägt ist dies in den sieben größten Städten Deutschlands, wo 67 Prozent eine hohe Belastung empfinden, sowie unter Mietern, die erst seit weniger als fünf Jahren in ihrer Wohnung leben (60 Prozent).

Entscheidend ist dabei nicht die absolute Einkommenshöhe, sondern der Anteil des Einkommens, der für die Miete aufgewendet werden muss. Die Belastung wird kritisch, sobald die Miete mehr als 40 Prozent des Haushaltseinkommens beansprucht – in dieser Gruppe empfinden 80 Prozent die Wohnkosten als hohe Belastung, und auch die allgemeine Wohnzufriedenheit sinkt spürbar. Die finanzielle Belastung durch die Miete wird von Mietern von Immobilienunternehmen und städtischer Wohnungsgesellschaften ähnlich wahrgenommen. Bei Mietern von Immobilienunternehmen (54 Prozent) und städtischer Wohnungsunternehmen (57 Prozent) liegt der Anteil derjenigen, die ihre Mietkosten als große oder sehr große Belastung empfinden, auf einem vergleichbaren Niveau.

Mieten steigen langsamer als Lebenshaltungskosten

Die durchschnittliche Warmmiete liegt aktuell bei 807 Euro pro Monat und ist im vergangenen Jahrzehnt um knapp 20 Prozent gestiegen (2016: 673 Euro). Die allgemeinen Lebenshaltungskosten legten im selben Zeitraum mit 28 Prozent deutlich stärker zu. Mieten sind also langsamer gestiegen als die Verbraucherpreise insgesamt.
Mieter verbleiben länger in ihren Wohnungen

Die Umfrage zeigt zugleich eine zunehmende Verfestigung und Unbeweglichkeit des Mietmarktes. Während 2016 noch 40 Prozent der Mieter weniger als fünf Jahre in ihrer Wohnung lebten, sind es aktuell nur noch 26 Prozent. Der Anteil derjenigen, die seit 20 Jahren oder länger in derselben Wohnung wohnen, ist seit 2019 von 18 auf 24 Prozent gestiegen.

Vergesellschaftung: Klare Mehrheit gegen Enteignungen

Auch in der Enteignungsfrage spiegelt sich kein Vertrauensverlust gegenüber Immobilienunternehmen wider. Nur 21 Prozent der Bevölkerung halten die Enteignung großer Immobilienunternehmen für sinnvoll, 42 Prozent lehnen sie ab. Auffällig ist der starke Anstieg der Unentschiedenen von 23 Prozent (2019) auf nun 37 Prozent. Mieter von Wohnungen im Besitz von Immobilienunternehmen unterscheiden sich in ihrer Haltung nicht vom Durchschnitt – ein deutliches Indiz dafür, dass sie sich keineswegs überdurchschnittlich von ihren Vermietern „ausgepresst“ fühlen.

„Die Studie zeichnet ein differenziertes, aber im Kern positives Bild“, sagt Jakub Mika. „Die Menschen sind mit ihren Wohnungen und ihren Vermietern überwiegend zufrieden. Die eigentliche Problematik liegt nicht in den bestehenden Mietverhältnissen, sondern in einem Wohnungsmarkt, der zu wenig Bewegung und zu wenig neues Angebot hervorbringt. Hier brauchen wir mehr und schnelleren Neubau, schnellere Genehmigungsverfahren sowie weniger bürokratische und regulatorische Hürden.“


























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