18.06.2026 Anlegen in Zeiten der Industriepolitik
Subventionen feiern weltweit ein Comeback – als Motor für Innovation, aber auch als Quelle von Marktverzerrungen. Untersuchungen zeigen die begrenzte Wirksamkeit staatlicher Unterstützung. „Letztlich entscheidend ist aber nicht die Quantität, sondern die Qualität der Subventionen“, erklärt Thorsten Fischer, Managing Director und Head of Portfolio Management bei Moventum AM. Anleger müssten sich vor diesem Hintergrund entsprechend positionieren.
Industriepolitik ist en vogue und mit ihr das zentrale Instrument staatlicher Förderung: Subventionen. Laut Industrieländerclub OECD kamen Industrie-Subventionen 2024 in 15 Schlüsselbranchen auf rund 108 Milliarden US-Dollar – der höchste Stand seit der Finanzkrise. Der Trend ist global: Von den USA über die EU bis Japan geben Regierungen große Summen aus, um technologische Vorsprünge und Versorgungssicherheit zu erreichen und strategische Abhängigkeiten zu mindern.
China ist laut OECD dabei ein Extrembeispiel. Unternehmen erhielten dort in zentralen Industrien über Jahre hinweg im Schnitt drei- bis achtmal mehr staatliche Unterstützung als Wettbewerber in OECD-Ländern; zugleich lassen sich rund 60 Prozent der globalen Marktanteilsgewinne chinesischer Unternehmen auf Subventionen zurückführen. „Doch Subventionen sind kein chinesisches Alleinstellungsmerkmal“, so Fischer. „Auch der Westen hat seine industrielle Entwicklung gezielt durch staatliche Förderung begleitet.“
Japans Aufstieg zur Industrienation wurde ebenfalls durch aktive Industriepolitik geprägt, insbesondere über das Ministerium für Internationalen Handel und Industrie und die gezielte Förderung von Schlüsselbranchen wie Automobil, Stahl und Elektronik.
Inzwischen legt der Westen nach: So stellt die US-Regierung mit dem CHIPS and Science Act erhebliche Mittel für Forschung und Halbleiterproduktion bereit, während die EU mit dem Chips Act mehr als 43 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen mobilisieren will.
„Ökonomisch sind Subventionen dort sinnvoll, wo Märkte versagen“, erklärt Fischer, „beispielsweise zur Förderung von Innovationen, zum Aufbau neuer Industrien oder zur Absicherung strategisch wichtiger Wertschöpfungsketten.“ Genau hier setzen auch viele aktuelle Programme an, etwa bei Halbleitern, KI oder Energietechnologien. Eine Analyse des Internationalen Währungsfonds zeigt jedoch, dass die Ergebnisse vergangener Industriepolitik eher „gemischt“ ausfallen. Zwar werde die Wettbewerbsfähigkeit von Produkten tendenziell verbessert. Die Auswirkungen seien jedoch nur von kurzer Dauer – und vor allem in Branchen zu beobachten, die bereits wettbewerbsfähig waren.
„Mit der Dauer der Subventionen steigen zudem die Risiken“, mahnt Fischer. Politische Unterstützung kann zu Überkapazitäten führen, zu sinkender Produktivität und Fehlallokationen von Kapital anstatt zu mehr Effizienz. Zudem heizen Subventionen geopolitische Konflikte an: Subventionswettläufe, Handelskriege und eine stärkere Fragmentierung der Märkte sind die Folge.
Während Subventionen weltweit zulegen, wird in Deutschland derzeit der gegenteilige Weg diskutiert: eine pauschale Kürzung von Subventionen um fünf Prozent. „Keine gute Idee“, so Fischer: „Bei einem Subventionsvolumen von rund 285 Milliarden Euro droht eine Rasenmäher-Methode, bei der sinnvolle und ineffiziente Programme gleichermaßen getroffen und strategische Prioritäten verfehlt werden.“ Gerade in einer Phase, in der andere Länder ihre Industriepolitik ausbauen, könne dies zu einem strukturellen Risiko werden.
Was bedeutet das für Anleger? In Zeiten nationaler Industrieförderung nehmen politischen Risiken zu, regionale Unterschiede werden entscheidend. „Die Diversifikation gewinnt an Bedeutung“, so Fischer. Die zentrale Erkenntnis sei, dass „Investoren staatliche Eingriffe nicht verhindern können – wohl aber die Abhängigkeit von einzelnen politischen Entscheidungen“.
Industriepolitik ist en vogue und mit ihr das zentrale Instrument staatlicher Förderung: Subventionen. Laut Industrieländerclub OECD kamen Industrie-Subventionen 2024 in 15 Schlüsselbranchen auf rund 108 Milliarden US-Dollar – der höchste Stand seit der Finanzkrise. Der Trend ist global: Von den USA über die EU bis Japan geben Regierungen große Summen aus, um technologische Vorsprünge und Versorgungssicherheit zu erreichen und strategische Abhängigkeiten zu mindern.
China ist laut OECD dabei ein Extrembeispiel. Unternehmen erhielten dort in zentralen Industrien über Jahre hinweg im Schnitt drei- bis achtmal mehr staatliche Unterstützung als Wettbewerber in OECD-Ländern; zugleich lassen sich rund 60 Prozent der globalen Marktanteilsgewinne chinesischer Unternehmen auf Subventionen zurückführen. „Doch Subventionen sind kein chinesisches Alleinstellungsmerkmal“, so Fischer. „Auch der Westen hat seine industrielle Entwicklung gezielt durch staatliche Förderung begleitet.“
Japans Aufstieg zur Industrienation wurde ebenfalls durch aktive Industriepolitik geprägt, insbesondere über das Ministerium für Internationalen Handel und Industrie und die gezielte Förderung von Schlüsselbranchen wie Automobil, Stahl und Elektronik.
Inzwischen legt der Westen nach: So stellt die US-Regierung mit dem CHIPS and Science Act erhebliche Mittel für Forschung und Halbleiterproduktion bereit, während die EU mit dem Chips Act mehr als 43 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen mobilisieren will.
„Ökonomisch sind Subventionen dort sinnvoll, wo Märkte versagen“, erklärt Fischer, „beispielsweise zur Förderung von Innovationen, zum Aufbau neuer Industrien oder zur Absicherung strategisch wichtiger Wertschöpfungsketten.“ Genau hier setzen auch viele aktuelle Programme an, etwa bei Halbleitern, KI oder Energietechnologien. Eine Analyse des Internationalen Währungsfonds zeigt jedoch, dass die Ergebnisse vergangener Industriepolitik eher „gemischt“ ausfallen. Zwar werde die Wettbewerbsfähigkeit von Produkten tendenziell verbessert. Die Auswirkungen seien jedoch nur von kurzer Dauer – und vor allem in Branchen zu beobachten, die bereits wettbewerbsfähig waren.
„Mit der Dauer der Subventionen steigen zudem die Risiken“, mahnt Fischer. Politische Unterstützung kann zu Überkapazitäten führen, zu sinkender Produktivität und Fehlallokationen von Kapital anstatt zu mehr Effizienz. Zudem heizen Subventionen geopolitische Konflikte an: Subventionswettläufe, Handelskriege und eine stärkere Fragmentierung der Märkte sind die Folge.
Während Subventionen weltweit zulegen, wird in Deutschland derzeit der gegenteilige Weg diskutiert: eine pauschale Kürzung von Subventionen um fünf Prozent. „Keine gute Idee“, so Fischer: „Bei einem Subventionsvolumen von rund 285 Milliarden Euro droht eine Rasenmäher-Methode, bei der sinnvolle und ineffiziente Programme gleichermaßen getroffen und strategische Prioritäten verfehlt werden.“ Gerade in einer Phase, in der andere Länder ihre Industriepolitik ausbauen, könne dies zu einem strukturellen Risiko werden.
Was bedeutet das für Anleger? In Zeiten nationaler Industrieförderung nehmen politischen Risiken zu, regionale Unterschiede werden entscheidend. „Die Diversifikation gewinnt an Bedeutung“, so Fischer. Die zentrale Erkenntnis sei, dass „Investoren staatliche Eingriffe nicht verhindern können – wohl aber die Abhängigkeit von einzelnen politischen Entscheidungen“.




