05.06.2026 Bis 2030 entstehen viele Rechenzentren jenseits der Metropolen
Der deutsche Rechenzentrumsmarkt wächst spürbar über die großen Metropolen hinaus. Zwar wird Frankfurt seine Führungsposition auch mittelfristig behaupten, doch bis 2030 werden auch im ländlichen Raum Hunderte Megawatt (MW)an Rechenleistung entstehen. Dies zeigt der aktuelle JLL-Report „Die neue Geografie des Rechenzentrumsmarkts in Deutschland", der die Entwicklung des Marktes in den kommenden Jahren und die Position des deutschen Marktes im internationalen Vergleich analysiert.
Frankfurt führt, Berlin und neue Standorte holen auf
Frankfurt bleibt mit 997 MW installierter IT-Leistung und einer Leerstandsquote von nur vier Prozent der größte europäische Topmarkt für Rechenzentren. „Die Mainmetropole verzeichnete 2025 einen Rekord mit 135 MW neu hinzugekommener Kapazität. Doch die Stadt stößt bei der Energieinfrastruktur an ihre Grenzen: „Wartezeiten für Netzanschlüsse größerer Anlagen können derzeit mehr als zehn Jahre betragen“, gibt der Autor der Studie, Stanislav Kreuzer, Senior Director EMEA Research Data Hub Operations, zu bedenken.
Derweil entwickelt Berlin das stärkste Wachstum. Mit aktuell 136 MW Bestand und einer Pipeline von 74 MW im Bau sowie 643 MW in Planung soll die IT-Kapazität bis 2030 auf bis zu 853 MW anziehen – ein Anstieg um das Sechsfache. München folgt mit 102 MW Bestand und 122 MW in Planung, während Köln/Düsseldorf mit 55 MW Bestand und 100 MW geplanter Kapazität durch Großprojekte wie Microsofts Investition im Rheinischen Revier profitiert.
Bemerkenswert ist zudem der Aufstieg dezentraler Standorte: In Nordrhein-Westfalen plant Blackstone im westfälischen Hamm ein Rechenzentrum mit bis zu 200 MW Rechenleistung für rund vier Milliarden Euro. Die Schwarz-Gruppe errichtet in Brandenburg (Lübbenau/Spreewald) eine Anlage mit 200 MW Anschlussleistung für elf Milliarden Euro. In Sachsen wird der „Green Power Park" in Rackwitz mit bis zu 500 MW Anschlussleistung geplant.
Deutschland hat im europäischen Vergleich die Nase vorn
Mit insgesamt 529 Rechenzentren nimmt Deutschland europaweit den ersten Platz ein. Der deutsche Rechenzentrumsmarkt wird aktuell auf 7,7 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2030 auf 12,84 Milliarden US-Dollar wachsen. In diesem Zuge soll die IT-Kapazität von derzeit 1,3 GW auf bis zu 4,85 GW steigen.
„Allerdings verschiebt sich die europäische Landschaft: Der Anteil der etablierten FLAP-D-Märkte (Frankfurt, London, Amsterdam, Paris, Dublin) an der gesamteuropäischen Rechenzentrumskapazität könnte bis 2035 von 62 auf 51 Prozent sinken“ beobachtet Kreuzer. Nordische Länder sowie Spanien gewinnen durch kürzere Netzanschlusszeiten, günstigere erneuerbare Energien und größere Flächenverfügbarkeit an Attraktivität. Der Strombedarf von Rechenzentren in Dänemark, Norwegen und Schweden soll bis 2030 um das Fünffache steigen.
Künstliche Intelligenz verlangt immer mehr Rechenleistung
Künstliche Intelligenz ist derzeit der stärkste Wachstumstreiber. Laut Bitkom soll der Anteil von KI-Anwendungen an der installierten Rechenzentrumsleistung in Deutschland von aktuell 15 Prozent bis 2030 auf 40 Prozent steigen. Die Cloud-Migration der Wirtschaft bildet eine weitere solide Basis: Unternehmen wollen bis 2030 mehr als die Hälfte ihrer IT-Anwendungen in die Cloud verlagern.
Ein dritter entscheidender Faktor ist die digitale Souveränität. US-Hyperscaler kontrollieren zwei Drittel des europäischen Cloud-Marktes. Ein Wegfall amerikanischer Cloud-Anbieter würde für Deutschland eine Versorgungslücke von circa 1.200 MW erzeugen. Die im März 2026 beschlossene Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung zielt darauf ab, die Kapazitäten bis 2030 mindestens zu verdoppeln und KI-Kapazitäten zu vervierfachen.
Energie als Schlüsselfaktor
Die Energieversorgung entwickelt sich zur größten Herausforderung. Rechenzentren wandeln sich von passiven Verbrauchern zu aktiven Akteuren im Energiesystem. Battery Energy Storage Systems (BESS) ermöglichen sogenanntes „Peak-Shaving“ und tragen zur Netzstabilisierung bei. Betreiber investieren in eigene Photovoltaik- und Windkraftanlagen oder bauen eigene Kraftwerke, wie CyrusOne in Frankfurt-Sossenheim mit einem 61-MW-Gaskraftwerk.
„Der deutsche Rechenzentrumsmarkt steht an einem Wendepunkt. Die geografische Diversifizierung ist eine direkte Antwort auf Kapazitätsengpässe und unterstreicht die Notwendigkeit innovativer Lösungen bei Energie und Nachhaltigkeit“, fasst Stanislav Kreuzer zusammen.
Frankfurt führt, Berlin und neue Standorte holen auf
Frankfurt bleibt mit 997 MW installierter IT-Leistung und einer Leerstandsquote von nur vier Prozent der größte europäische Topmarkt für Rechenzentren. „Die Mainmetropole verzeichnete 2025 einen Rekord mit 135 MW neu hinzugekommener Kapazität. Doch die Stadt stößt bei der Energieinfrastruktur an ihre Grenzen: „Wartezeiten für Netzanschlüsse größerer Anlagen können derzeit mehr als zehn Jahre betragen“, gibt der Autor der Studie, Stanislav Kreuzer, Senior Director EMEA Research Data Hub Operations, zu bedenken.
Derweil entwickelt Berlin das stärkste Wachstum. Mit aktuell 136 MW Bestand und einer Pipeline von 74 MW im Bau sowie 643 MW in Planung soll die IT-Kapazität bis 2030 auf bis zu 853 MW anziehen – ein Anstieg um das Sechsfache. München folgt mit 102 MW Bestand und 122 MW in Planung, während Köln/Düsseldorf mit 55 MW Bestand und 100 MW geplanter Kapazität durch Großprojekte wie Microsofts Investition im Rheinischen Revier profitiert.
Bemerkenswert ist zudem der Aufstieg dezentraler Standorte: In Nordrhein-Westfalen plant Blackstone im westfälischen Hamm ein Rechenzentrum mit bis zu 200 MW Rechenleistung für rund vier Milliarden Euro. Die Schwarz-Gruppe errichtet in Brandenburg (Lübbenau/Spreewald) eine Anlage mit 200 MW Anschlussleistung für elf Milliarden Euro. In Sachsen wird der „Green Power Park" in Rackwitz mit bis zu 500 MW Anschlussleistung geplant.
Deutschland hat im europäischen Vergleich die Nase vorn
Mit insgesamt 529 Rechenzentren nimmt Deutschland europaweit den ersten Platz ein. Der deutsche Rechenzentrumsmarkt wird aktuell auf 7,7 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll bis 2030 auf 12,84 Milliarden US-Dollar wachsen. In diesem Zuge soll die IT-Kapazität von derzeit 1,3 GW auf bis zu 4,85 GW steigen.
„Allerdings verschiebt sich die europäische Landschaft: Der Anteil der etablierten FLAP-D-Märkte (Frankfurt, London, Amsterdam, Paris, Dublin) an der gesamteuropäischen Rechenzentrumskapazität könnte bis 2035 von 62 auf 51 Prozent sinken“ beobachtet Kreuzer. Nordische Länder sowie Spanien gewinnen durch kürzere Netzanschlusszeiten, günstigere erneuerbare Energien und größere Flächenverfügbarkeit an Attraktivität. Der Strombedarf von Rechenzentren in Dänemark, Norwegen und Schweden soll bis 2030 um das Fünffache steigen.
Künstliche Intelligenz verlangt immer mehr Rechenleistung
Künstliche Intelligenz ist derzeit der stärkste Wachstumstreiber. Laut Bitkom soll der Anteil von KI-Anwendungen an der installierten Rechenzentrumsleistung in Deutschland von aktuell 15 Prozent bis 2030 auf 40 Prozent steigen. Die Cloud-Migration der Wirtschaft bildet eine weitere solide Basis: Unternehmen wollen bis 2030 mehr als die Hälfte ihrer IT-Anwendungen in die Cloud verlagern.
Ein dritter entscheidender Faktor ist die digitale Souveränität. US-Hyperscaler kontrollieren zwei Drittel des europäischen Cloud-Marktes. Ein Wegfall amerikanischer Cloud-Anbieter würde für Deutschland eine Versorgungslücke von circa 1.200 MW erzeugen. Die im März 2026 beschlossene Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung zielt darauf ab, die Kapazitäten bis 2030 mindestens zu verdoppeln und KI-Kapazitäten zu vervierfachen.
Energie als Schlüsselfaktor
Die Energieversorgung entwickelt sich zur größten Herausforderung. Rechenzentren wandeln sich von passiven Verbrauchern zu aktiven Akteuren im Energiesystem. Battery Energy Storage Systems (BESS) ermöglichen sogenanntes „Peak-Shaving“ und tragen zur Netzstabilisierung bei. Betreiber investieren in eigene Photovoltaik- und Windkraftanlagen oder bauen eigene Kraftwerke, wie CyrusOne in Frankfurt-Sossenheim mit einem 61-MW-Gaskraftwerk.
„Der deutsche Rechenzentrumsmarkt steht an einem Wendepunkt. Die geografische Diversifizierung ist eine direkte Antwort auf Kapazitätsengpässe und unterstreicht die Notwendigkeit innovativer Lösungen bei Energie und Nachhaltigkeit“, fasst Stanislav Kreuzer zusammen.




