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02.06.2026 Next Kraftwerke und ECO STOR: Deutschlands größter Batteriespeicher

Next Kraftwerke und ECO STOR haben ein fünfjähriges Flexibility Tolling-Agreement zur Vermarktung des Batteriespeicherprojekts Förderstedt geschlossen. ECO STOR zählt zu den führenden Entwicklern für Batteriespeicher in Deutschland, Die Vereinbarung bildet die wirtschaftliche Grundlage für den langfristigen Betrieb des Projekts und unterstreicht die zunehmende Reife des deutschen Marktes für großskalige Batteriespeicher.

Next Kraftwerke setzt voraussichtlich ab November 2026 den ersten von drei Speicherblöcken an den Day-Ahead-, Intraday- und Regelenergiemärkten ein. Zwei weitere Blöcke à 100 MW kommen sukzessive in zwei Schritten hinzu. Nach vollständiger Inbetriebnahme im Laufe des nächsten Jahres erreicht der Speicher 300 MW Leistung und über 700 MWh Kapazität.

Die Speicheranlage reagiert auf Preissignale sowie Netzsignale. Sie speichert Strom während auftretender Erzeugungsspitzen und/oder niedriger Last ein, und speichert zu Zeiten mit geringer Erzeugung und/oder hoher Last wieder aus. Zudem gleicht der Speicher Frequenzschwankungen und kurzfristige Netzungleichgewichte aus. Überdies stellt er Blindleistung, die für die Spannungshaltung im Netz benötigt wird, bereit. Die Anlage ist für zwei vollständige Lade- und Entladezyklen pro Tag ausgelegt und kann rechnerisch rund 500.000 Haushalte über zwei Stunden bzw 100.000 Haushalte über zehn Stunden mit Strom versorgen. Im kritischen Fall eines Stromausfalls ist der Speicher in der Lage die Stromversorgung autonom wiederherzustellen.

Innovation für ein stabiles Energiesystem

„Mit dem Tolling-Modell etablieren wir einen neuen Standard in der Speichervermarktung und schaffen verlässliche Rahmenbedingungen für unsere Partner. Wir zeigen, wie modernste Optimierungsalgorithmen und intelligente Marktintegration zusammenwirken,” erklärt Marc Rühs, CEO Next Kraftwerke. “In Kombination mit unserer Expertise in kurzfristiger Optimierung und der operativen Vermarktung ergänzen wir uns optimal mit Shell Energy Europe als Partner zur langfristigen Absicherung und Risikomanagement. Wir ermöglichen eine optimale Marktbeteiligung und leisten einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität.“

Georg Gallmetzer, Geschäftsführer von ECO STOR, betont: „Im Zentrum steht für uns die Verbindung technologischer Innovationskraft mit klar definierten betrieblichen Leitplanken. Indem wir netzseitige Anforderungen wie Rampengeschwindigkeiten oder die Bereitstellung von Regelreserve konsequent berücksichtigen, stellen wir einen netzdienlichen und zugleich marktorientierten Betrieb sicher. So vereinen wir ein Höchstmaß an Flexibilität mit operativer Verlässlichkeit. Die Zusammenarbeit mit Next Kraftwerke und Shell gibt uns die notwendige Sicherheit, die Projekte dieser Größenordnung erfordern. Zudem wollen wir die Kooperation auch als Zeichen verstanden wissen, dass der Markt längst weiter ist, als es Politik und Regulierung sind. Wir machen die Energiewende unumkehrbar und gehen mit dem Speicherprojekt in Förderstedt wieder ein großes Stück voraus.“

Tolling als Impulsgeber für marktorientierte Speichervermarktung

Das Vertragsmodell kombiniert ein Tolling-Agreement für 80 Prozent der Leistung mit einer flexiblen, marktpreisorientierten Vergütung (Merchant) für die verbleibenden 20 Prozent. Im Gegenzug erhält Next Kraftwerke hierfür die volle Flexibilität, die Batterie marktübergreifend an Day Ahead, Intraday oder Regelenergiemarkt, einzusetzen. Eben dort, wo er die höchsten Erlöse erzielt (Cross Market Optimierung). Im Unterschied zu internationalen Märkten sind Flexibility Purchase Agreements (Tolling) in Deutschland ein noch neues Vermarktungsmodell für Batteriespeicher. Die Kombination aus Tolling und Merchant macht großskalige Batteriespeicher für Banken und Investoren finanzierbar. Next Kraftwerke setzt seit 2018 erfolgreich auf die Vermarktung von Batteriesystemen (BESS), sowohl im hochdynamischen Regelenergiemarkt als auch in den Spot-Märkten.

Stabile Vermarktungsmodelle als Antwort auf regulatorische Unsicherheit

Dies gewinnt vor dem Hintergrund der aktuellen energiepolitischen Diskussion zusätzliche Bedeutung. Offene regulatorische Fragen und uneinheitliche Marktsignale führen nach wie vor zu einer erhöhten Unsicherheit im Markt und zu gestiegenen Finanzierungsanforderungen für Speicherprojekte. Strukturierte Vermarktungsmodelle mit klarer Risikoverteilung schaffen in diesem Umfeld die notwendige Stabilität für Investitionsentscheidungen. Mit der Vereinbarung für Förderstedt setzen ECO STOR und Next Kraftwerke daher bewusst ein Zeichen: Auch unter anspruchsvollen regulatorischen Rahmenbedingungen lassen sich großskalige Batteriespeicher wirtschaftlich tragfähig strukturieren.

Flexibler Netzanschluss beschleunigt Projektstart

ECO STOR hat mit dem Netzbetreiber 50 Hertz eine flexible Netzanschlussvereinbarungen geschlossen. Next Kraftwerke integriert hierbei Restriktionen wie Rampenlimits (Geschwindigkeit der Leistungserhöhung) und Ancillary Service Limits (maximale Menge für Systemdienstleistungen), in die Betriebsoptimierung und stellt eine wirtschaftliche Fahrweise sicher. Großbatteriespeicher entwickeln sich zunehmend von opportunitätsgetriebenen Einzelprojekten hin zu einer eigenständigen, investierbaren Infrastrukturklasse. Das rein privatfinanzierte Projekt steht nicht nur für einen technologischen Meilenstein, sondern auch für Versorgungssicherheit und die Zukunftsfähigkeit der Energieinfrastruktur.

























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