21.04.2026 Studie: Wachsende Herausforderungen für Manager nachhaltiger Fonds
Nachhaltige Fonds erleben einen signifikanten Wandel. Während sogenannte hellgrüne Fonds nach Artikel 8 der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) deutlich wachsen, verlieren streng nachhaltige Artikel-9-Fonds sowohl an Zahl als auch an verwaltetem Vermögen. Geopolitische Verschiebungen und regulatorische Anpassungen prägen das Marktumfeld.
Zum Stichtag 28. Februar 2026 waren in Deutschland 584 Artikel-9-Fonds mit einem Volumen von 207 Mrd. Euro zugelassen – ein Rückgang von rund 7% bei Anzahl und Vermögen binnen eines Jahres. Artikel-8-Fonds konnten im gleichen Zeitraum deutlich zulegen: Ihre Zahl stieg auf 6.623 Fonds, das verwaltete Vermögen wuchs um rund 1,4 Billionen Euro auf 5,76 Billionen Euro. Artikel-8-Produkte profitieren von geringeren Einschränkungen bei der Portfoliozusammensetzung.
Geopolitik wirkt bis ins Fondsportfolio
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist der steigende Stellenwert von Verteidigung und fossilen Energien aufgrund der Politik der US-Regierung und infolge geopolitischer Krisen. Der erhöhte Investitionsdruck auf Europa wirkt sich direkt auf die Kapitalmärkte aus: Rüstungsunternehmen zählen zu den stärksten Performern, was deren Aktien für Anleger attraktiv macht.
Die EU-Offenlegungsverordnung erlaubt nachhaltigen Fonds unter bestimmten Bedingungen Investitionen in Rüstungstitel. Das geht so weit, dass selbst Produkte, die sich auf diese Branche fokussieren, das Label eines hellgrünen Fonds tragen dürfen. Die EU-Taxonomie als weiteres maßgebliches Regelwerk für ESG-Investitionen stuft Rüstung dagegen nicht als nachhaltige wirtschaftliche Aktivität ein.
ESMA-Leitlinien führen zu massiven Fonds-Umbenennungen
Einen weiteren Einschnitt markiert die Umsetzung der ESMA-Leitlinien zu Fondsnamen, die seit Mai 2025 für alle Fonds gelten. Innerhalb von rund einem Jahr sank die Zahl der Fonds mit ESG-Bezug im Namen um 29%, das entsprechende Fondsvermögen um 18%. Insgesamt wurden 610 Fonds umbenannt – etwa jeder vierte Fonds, dessen Name im Oktober 2024 einen Nachhaltigkeitsbezug hatte. Besonders stark rückläufig ist die Verwendung allgemein nachhaltigkeitsbezogener Begriffe (-41,6?%).
Die Auswertung zeigt zudem, dass größere Fonds den höheren Compliance-Aufwand häufiger akzeptierten als kleine. Letztere passten ihre Fondsnamen häufiger an oder strichen Nachhaltigkeitsbegriffe ganz.
Mehr Regulierung, weniger Daten
Paradox wirkt aus Sicht der Fondsmanager die regulatorische Gesamtlage: Einerseits steigen für sie die Anforderungen an Transparenz und Nachweisführung, andererseits sinkt durch Erleichterungen für Unternehmen bei EU-Taxonomie und der Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) die Verfügbarkeit granularer Nachhaltigkeitsdaten. Eine strengere direkte Regulierung trifft damit auf eine indirekte Deregulierung.
Nachhaltige Geldanlagen verlieren nicht vollständig an Bedeutung, verändern aber ihren Charakter. Flexiblere ESG-Konzepte gewinnen an Gewicht, während streng definierte Nachhaltigkeitsfonds unter Druck geraten. Gleichzeitig setzen geopolitische Realitäten und regulatorische Eingriffe neue Akzente. Für Anleger und Fondsanbieter wird es dadurch schwieriger – aber auch wichtiger –, Nachhaltigkeitsversprechen genau einzuordnen.
(Quelle: Scope Group)
Zum Stichtag 28. Februar 2026 waren in Deutschland 584 Artikel-9-Fonds mit einem Volumen von 207 Mrd. Euro zugelassen – ein Rückgang von rund 7% bei Anzahl und Vermögen binnen eines Jahres. Artikel-8-Fonds konnten im gleichen Zeitraum deutlich zulegen: Ihre Zahl stieg auf 6.623 Fonds, das verwaltete Vermögen wuchs um rund 1,4 Billionen Euro auf 5,76 Billionen Euro. Artikel-8-Produkte profitieren von geringeren Einschränkungen bei der Portfoliozusammensetzung.
Geopolitik wirkt bis ins Fondsportfolio
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist der steigende Stellenwert von Verteidigung und fossilen Energien aufgrund der Politik der US-Regierung und infolge geopolitischer Krisen. Der erhöhte Investitionsdruck auf Europa wirkt sich direkt auf die Kapitalmärkte aus: Rüstungsunternehmen zählen zu den stärksten Performern, was deren Aktien für Anleger attraktiv macht.
Die EU-Offenlegungsverordnung erlaubt nachhaltigen Fonds unter bestimmten Bedingungen Investitionen in Rüstungstitel. Das geht so weit, dass selbst Produkte, die sich auf diese Branche fokussieren, das Label eines hellgrünen Fonds tragen dürfen. Die EU-Taxonomie als weiteres maßgebliches Regelwerk für ESG-Investitionen stuft Rüstung dagegen nicht als nachhaltige wirtschaftliche Aktivität ein.
ESMA-Leitlinien führen zu massiven Fonds-Umbenennungen
Einen weiteren Einschnitt markiert die Umsetzung der ESMA-Leitlinien zu Fondsnamen, die seit Mai 2025 für alle Fonds gelten. Innerhalb von rund einem Jahr sank die Zahl der Fonds mit ESG-Bezug im Namen um 29%, das entsprechende Fondsvermögen um 18%. Insgesamt wurden 610 Fonds umbenannt – etwa jeder vierte Fonds, dessen Name im Oktober 2024 einen Nachhaltigkeitsbezug hatte. Besonders stark rückläufig ist die Verwendung allgemein nachhaltigkeitsbezogener Begriffe (-41,6?%).
Die Auswertung zeigt zudem, dass größere Fonds den höheren Compliance-Aufwand häufiger akzeptierten als kleine. Letztere passten ihre Fondsnamen häufiger an oder strichen Nachhaltigkeitsbegriffe ganz.
Mehr Regulierung, weniger Daten
Paradox wirkt aus Sicht der Fondsmanager die regulatorische Gesamtlage: Einerseits steigen für sie die Anforderungen an Transparenz und Nachweisführung, andererseits sinkt durch Erleichterungen für Unternehmen bei EU-Taxonomie und der Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) die Verfügbarkeit granularer Nachhaltigkeitsdaten. Eine strengere direkte Regulierung trifft damit auf eine indirekte Deregulierung.
Nachhaltige Geldanlagen verlieren nicht vollständig an Bedeutung, verändern aber ihren Charakter. Flexiblere ESG-Konzepte gewinnen an Gewicht, während streng definierte Nachhaltigkeitsfonds unter Druck geraten. Gleichzeitig setzen geopolitische Realitäten und regulatorische Eingriffe neue Akzente. Für Anleger und Fondsanbieter wird es dadurch schwieriger – aber auch wichtiger –, Nachhaltigkeitsversprechen genau einzuordnen.
(Quelle: Scope Group)




