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18.03.2026 ZIA fordert europäische Lösung für lokale Energieversorgungsanlagen

Der Zentrale Immobilien Ausschuss appelliert gemeinsam mit zahlreichen Verbänden und Bündnissen an die Bundesregierung, die Arbeiten an einer langfristigen, rechtssicheren und europarechtskonformen Regelung für Kundenanlagen konsequent voranzutreiben. Kundenanlagen sind Energieanlagen und interne Netze in Gebäuden oder Quartieren, über die Eigentümer ihre Mieter direkt mit lokal erzeugtem Strom oder Wärme versorgen.

„Die bereits im EnWG verankerte Übergangslösung für Bestandsanlagen bis Ende 2028 ist zwar begrüßenswert,“ so Aygül Özkan, Hauptgeschäftsführerin des ZIA. Für neue Projekte fehle hingegen weiterhin eine entsprechende Klarstellung – ein Umstand, der derzeit zahlreiche dezentrale Energievorhaben bremse oder ganz zum Stillstand bringe.
„Die befristete Übergangsregelung für den Bestand kann nur ein erster Schritt sein: Wir brauchen eine dauerhafte Lösung für Bestands- wie Neuanlagen, damit Mieterstrom- und Quartiersmodelle ihren rechtlichen Status verlässlich behalten können“, so Özkan.

Aus Sicht des ZIA ist der Erhalt der Kundenanlage, wie sie bis zum Urteil des Bundesgerichtshofs im EnWG geregelt war, die beste Lösung für alle bestehenden und neuen Kundenanlagen-Konstellationen. Dazu müsste die Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie angepasst werden. Vor diesem Hintergrund unterstützt der ZIA die aktuellen Bemühungen der Bundesregierung eine entsprechende Lösung auf europäischer Ebene herbeizuführen.

Hintergrund:

Ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom Mai 2025, basierend auf einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, führte im vergangenen Jahr unerwartet zu einer Beanstandung des etablierten rechtlichen Konstrukts Kundenanlagen als nicht konform mit der EU-Strombinnenmarktrichtlinie. Diese Neuauslegung bedeutet massive negative Auswirkungen für dezentrale Energiezeugungsanlagen, die bisher netzseitig regulierungsfrei waren und deren Genehmigung in Form einer unbürokratischen Selbsteinstufung erfolgte. Damit sind Kundenanlagen zu einem zentralen Pfeiler der Energiewende im Gebäudesektor geworden und klimapolitisch nicht wegzudenken.

Auswirkungen des BGH-Urteils:

Energieversorgungsmodelle in der Wohnungswirtschaft, bei denen lokal erzeugter Strom an Mieter oder Eigentümer geliefert wird, drohen die wirtschaftliche Grundlage zu verlieren. Ohne eine rechtliche Klarstellung ist zu befürchten, dass jede Hausverteilung als reguliertes Netz gilt – mit für Gebäudeeigentümern unzumutbaren bürokratischen Pflichten und letztlich deutlich steigenden Strompreisen für Bewohner von Mehrfamilienhäusern, wenn diese Mieterstrom beziehen.

Bei Wirtschaftsimmobilien wie Einkaufszentren, Logistik- oder Bürogebäuden steht die Versorgung über Kundenanlagen ebenfalls auf dem Spiel. Gebäudeinterne Stromverteilungen könnten bei Wegfall der Befreiung von der Netzregulierung hohe Zusatzkosten verursachen und Investitionen in Solar- oder Wärmetechnik unrentabel machen.

Unterstützer des Verbändeappells:

Aluminium Deutschland e. V.
Bundesverband Baustoffe - Steine und Erden e. V.
Bundesverband der Deutschen Industrie e. V.
Bundesverband der Energieabnehmer e. V.
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V.
Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V.
Bundesverband Erneuerbare Energien e. V.
Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e. V.
Bundesverband Glasindustrie e.V.
Bundesverband Neue Energiewirtschaft e. V.
Bundesverband Solarwirtschaft e. V.
Bundesverband WindEnergie e. V.
Bündnis Bürgerenergie e. V.
DENEFF EDL_HUB gGmbH
Deutsche Industrie- und Handelskammer
Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V.
DIE FAMILIENUNTERNEHMER e. V.
Handelsverband Deutschland e. V.
Verband der Automobilindustrie e. V.
VDMA e.V.
Verband der Chemischen Industrie e. V.
Verband der Immobilienverwalter Deutschland e. V.
Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e. V.
Verband für Energiedienstleistungen, Effizienz und Contracting e. V.
Verband Kommunaler Unternehmen e. V.
Verein Deutscher Zementwerke e.V.
Wirtschaftsverband Fuels und Energie e. V.
Wirtschaftsvereinigung Stahl e. V.
Zentraler Immobilien Ausschuss e. V.
Zentralverband Oberflächentechnik e. V.

























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