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11.03.2026 Büro-Liebe: Wie Unternehmen das Büro zum Effizienzhebel machen

Das Büro hat noch lange nicht ausgedient – aber es muss sich neu beweisen. Die aktuelle Umfrage des Beratungsunternehmens M.O.O.CON, durchgeführt von YouGov unter 1.024 Angestellten mit überwiegender Büro-/Wissensarbeit, zeigt ein differenziertes Bild: 58 % der Befragten arbeiten gern im Büro. Ist auch das Team vor Ort, steigt die Zustimmung sogar auf 68 %. Gleichzeitig sehen jedoch nur 45 % das Büro als echte Unterstützung für ihre Leistungserbringung, 37 % erkennen keinen Einfluss auf ihre Produktivität, und 31 % vermeiden das Büro sogar, wenn es möglich ist.

Doch woran liegt die Unzufriedenheit und wie lässt sich das heutige Büro zu einem lebendigen Ort transformieren, der Innovationskraft und Produktivität fördert - und vor allem wieder genutzt wird? Sabine Zinke, Geschäftsführerin bei M.O.O.CON, kennt den Druck, der auf der Rentabilität von Immobilien lastet: „Wer das Büro ausschließlich als Kostenstelle betrachtet, verkennt seinen strategischen Hebel. Wer es als Performance- und Innovationsinfrastruktur begreift, steigert seinen Return on Investment nachhaltig.“

ROI entsteht nicht durch Quadratmeterreduktion, sondern durch Leistungssteigerung
Hohe Personalkosten übersteigen die Immobilienkosten in wissensbasierten Organisationen um ein Vielfaches. Doch Innovationskraft entsteht nur dort, wo Austausch, Zusammenarbeit und Geschwindigkeit projektübergreifend zusammenkommen. Diese Faktoren wirken sich unmittelbar auf die Wertschöpfung, Projektlaufzeiten und Marktfähigkeit von Innovationen aus. Bereits geringe Produktivitätssteigerungen, beispielsweise durch bessere Arbeitsbedingungen oder effizientere Zusammenarbeit, haben daher einen deutlich höheren finanziellen Hebel als reine Flächenoptimierung.

Das Büro erfüllt seinen Zweck nicht, wenn Mitarbeitende keinen Mehrwert durch ihre Anwesenheit erkennen. Die M.O.O.CON Umfrage zeigt, ein aktueller Pull-Faktor für das Büro als Arbeitsplatz ist die soziale Komponente. Wenn der Arbeitsort nicht nur als reiner Präsenzraum verstanden wird, sondern zur Tätigkeit passend gestaltet ist und teamübergreifende Projektarbeit ermöglicht, kommen Mitarbeitende gern ins Büro.

Denn wie auch die jüngst veröffentlichten Studien des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO belegt, spielen Arbeitsorte eine entscheidende Rolle für die Kreativität und Innovationsfähigkeiten von Unternehmen. Wichtig ist es, Räume dafür zu schaffen und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu ermöglichen.** Konkret bedeutet das, dass das Büro als Raum sich den Bedürfnissen der Mitarbeitenden anpassen muss.

Eigener Schreibtisch oder Desksharing?

Ein gutes Beispiel ist das Thema Desksharing. 79 % der Befragten verfügen über einen persönlich zugewiesenen Arbeitsplatz, 21 % arbeiten im Desksharing-Modell. Acht von Zehn Befragten arbeiteten somit noch in der „alten Arbeitswelt“. In der Regel existieren hier wenig Platz und Möglichkeiten für eine projektübergreifende Zusammenarbeit.

Sowohl das Frauenhofer IAO als auch die Erfahrungen von M.O.O.CON bestätigen, dass tätigkeitsorientierte Büros mit passenden Arbeitsmöglichkeiten für jede Tätigkeit einen Produktivitäts-Booster darstellen. Arbeitsplatzstrategien sollten nicht ideologisch, sondern nutzungsbasiert entwickelt werden. Desksharing ist kein Selbstzweck, sondern sollte Teil eines Gesamtkonzepts sein mit Zonen für Konzentration, Zusammenarbeit, Austausch und Erholung.

Vom Kostenblock zum Erfolgsfaktor

M.O.O.CON ist ein führendes Beratungsunternehmen für die strategische Immobilien- und Arbeitsweltenentwicklung, welches gut 100 Projekte pro Jahr begleitet. „Wir befragen unsere Kunden*** wenige Jahre nach der Projektabwicklung nach der Wirksamkeit der Maßnahmen und der Großteil konnte bisher eine Produktivitätssteigerung feststellen. Rund 70 % erleben ein Aufbrechen von Silo-Denken und 56 % bemerken einen Anstieg der Anwesenheit im Büro. Es zeigt sich, dass entscheidend ist, ob die Arbeitsumgebungen den tatsächlichen Anforderungen der Tätigkeit gerecht werden,“ ist Sabine Zinke überzeugt.

Das Büro befindet sich mitten in der Transformation zur Arbeits-, Lern- und Kulturwelt. Es ist damit nicht nur in der Lage, eine auf die spezifischen Abläufe und Prozesse maßgeschneiderte Umgebung zu bieten, sondern zugleich Werte und Haltung zu transportieren und auf diesem Weg Identifikation zu schaffen – nach innen und nach außen. Diesen Effekt nehmen Mitarbeitende oft erst wahr, wenn sie ihn tatsächlich erleben.

„Büro-Liebe ist kein romantisches Konzept, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor“, sagt Sabine Zinke, „Wer die Begegnungen im Büro ermöglicht und die teamübergreifende Zusammenarbeit räumlich fördert, schafft nicht nur Freude am „im Büro sein“ – sondern auch Motivation, Zusammenhalt und Innovation und nimmt direkt Einfluss auf die produktive Zusammenarbeit im Unternehmen.“


























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