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23.02.2026 Immobilienverkäufe: München und Mieterverein schreiben an Caritas

Aufgrund der besorgniserregenden Zunahme von angestrebten Immobilienverkäufen durch die Caritas München wandte sich Oberbürgermeister Dieter Reiter zusammen mit dem Mieterverein München in einem gemeinsamen Brief an den Vorstand des Caritasverbandes der Erzdiözese München und Freising. Das Schreiben hat folgenden Wortlaut:

„Mit Besorgnis nehmen wir die zunehmenden Berichte über geplante Immobilienverkäufe der Caritas München und Freising zur Kenntnis. Beispielhaft genannt seien hier das Caritas-Jugendwohnheim in der Zieblandstraße 35 in Schwabing sowie die Wohnhäuser an der Schrenkstraße 3 und 9 im Westend.

Die Mieterinnen und Mieter in der Schrenkstraße sorgen sich um ihre Zukunft. Sie befürchten, langfristig aus ihrem Zuhause verdrängt zu werden und sich die Mieten unter neuen Eigentümern nicht mehr leisten zu können. Beim Caritas Jugendwohnheim steht bezahlbarer Wohnraum für 125 junge Menschen auf dem Spiel – eine Gruppe, die es auf dem angespannten Wohnungsmarkt in München besonders schwer hat. Die Caritas hat erklärt, beim Jugendwohnheim solle der Fortbestand des Angebots gesichert werden; man beteilige sich nicht an ‚Preistreiberei‘. Zugleich wurde mit Blick auf andere Projekte betont, ein Verkauf müsse zu einem ‚marktgerechten Preis‘ erfolgen, auch wenn nicht zwingend an den Höchstbietenden verkauft werde. Dennoch bleiben viele Betroffene im Ungewissen, wie es konkret weitergeht.

Caritas steht für Nächstenliebe und soziale Verantwortung. Wir erwarten, dass dieser Anspruch auch bei Immobilienentscheidungen sichtbar wird. In einer Stadt mit akutem Wohnungsmangel braucht es Akteure, die sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst sind. Die Verunsicherung von Mieterinnen und Mietern darf nicht die Folge strategischer Neuausrichtungen sein.

Sollten die genannten Immobilien tatsächlich verkauft werden, appellieren wir eindringlich, sie an Träger oder Investoren zu verkaufen, die das Wohl der Mietenden und der Stadtgesellschaft in den Mittelpunkt stellen – und nicht Gewinnmaximierung. Sozialverträgliche Lösungen können vertraglich gesichert werden, etwa durch Mietobergrenzen, langfristige Wohnrechte oder den Ausschluss von Eigenbedarfskündigungen. Gerne beraten wir Sie auch, wie Sie das bei Verkäufen vertraglich festhalten können. Bereits im vergangenen Jahr hat die Landeshauptstadt München an die Caritas appelliert, die Immobilienverkäufe angesichts ihrer schwerwiegenden sozialen Folgen zu überdenken. Auch wenn ein Ankauf durch die Stadt derzeit haushaltsbedingt nicht möglich ist, steht die Landeshauptstadt München weiterhin bereit, bei der Prüfung und Entwicklung alternativer Lösungen zu unterstützen. Dieses Angebot wird hiermit ausdrücklich erneuert.“



























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