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18.02.2026 Vertrauliche Daten: Firmen erkennen Relevanz – handeln aber nicht

Das Thema Datensouveränität hat 2025 deutlich an Bedeutung gewonnen. Doch wie gehen deutsche Unternehmen tatsächlich mit dem Schutz vertraulicher Daten um? Im Rahmen der Trendstudie „Datensouveränität beim Austausch vertraulicher Daten in deutschen Unternehmen“ befragte die netfiles GmbH, ein führender europäischer Anbieter von virtuellen Datenräumen, Unternehmen in Deutschland zu diesem Thema. Die Ergebnisse der Umfrage, an der sich 122 Fach- und Führungskräfte beteiligten, zeigen: Das Bewusstsein ist vorhanden, die Umsetzung hinkt jedoch noch deutlich hinterher.

Die Ergebnisse der Umfrage stehen unter www.netfiles.com/de/ressourcen/trendstudie-datensouveraenitaet zum Download zur Verfügung.

Hohe Relevanz, aber mittelmäßige Konsequenzen

Knapp 60 Prozent (59 %) der befragten Unternehmen kennen laut Umfrage den Begriff „Datensouveränität" und können ihn klar definieren. Weitere 39 Prozent haben zumindest eine grobe Vorstellung davon.

Die Relevanz des Themas wird von zwei Dritteln der Befragten als „sehr hoch" (36 %) oder „hoch" (31 %) eingestuft. Keines der befragten Unternehmen hält Datensouveränität für irrelevant.

Dennoch attestieren 33 Prozent der Befragten dem Thema nur eine mittlere Relevanz. Patrick Reininger, Geschäftsführer der netfiles GmbH, kommentiert: „Ich finde es sehr erfreulich, dass keiner der Befragten das Thema Datensouveränität als irrelevant oder wenig relevant bezeichnet hat. Dass ihm aber 33 % nur eine mittlere Relevanz zuerkennen, erstaunt mich. Denn wer nicht die Hoheit über seine Daten hat, geht eine Menge Risiken ein – von Datenschutzverletzungen bis zu Industriespionage.“

E-Mails und US-Cloud-Dienste dominieren den Datenaustausch

Die Studie deckt auch erhebliche Sicherheitslücken in der aktuellen Praxis auf: Beim Datenaustausch mit externen Partnern setzen 63 Prozent der Unternehmen auf E-Mails mit Anhängen, 58 Prozent nutzen Cloud-Speicherlösungen wie Microsoft OneDrive, Dropbox oder Google Drive. Virtuelle Datenräume als hochsichere Alternative werden nur von sechs Prozent der Unternehmen genutzt.

Patrick Reininger erklärt dazu: „Dass sensible Daten per E-Mail versendet werden, ist unter Sicherheits- und Datenschutzaspekten sehr bedenklich – es überrascht mich aber nicht. Unternehmen wie Mitarbeiter haben sich über die Jahre einfach an das Kommunikations-Tool E-Mail gewöhnt. Vielen scheint nicht bewusst zu sein, dass die so übermittelten Daten potenziell von Dritten abgefangen, manipuliert oder gestohlen werden können. Dabei müsste diese Risiken niemand eingehen, schließlich gibt es eine hochsichere und ganz einfach einzusetzende Alternative: einen Datenraum."

60 Prozent nutzen US-Anbieter – Microsoft dominiert

Besonders brisant: Nur ein Drittel der Unternehmen (33 %) nutzt keine US-Anbieter für den Austausch vertraulicher Daten. 60 Prozent setzen dagegen auf amerikanische Cloud-Dienste.

Dabei dominiert ganz klar Microsoft mit seinen Lösungen Microsoft 365, OneDrive, SharePoint oder Teams (99 %). Dropbox (12 %) und Google (10 %) folgen mit deutlichem Abstand.

Die Dominanz amerikanischer Anbieter erklärt Patrick Reininger ebenfalls mit Gewohnheit und mangelndem Problembewusstsein: „Ähnlich wie bei E-Mails spielen sicher die Gewohnheit und die Bequemlichkeit eine Rolle. In vielen Unternehmen sind Produkte von Microsoft oder Google sowieso schon im Einsatz, dann nutzt man sie eben auch, um vertrauliche Daten auszutauschen. Hinzu kommt meines Erachtens, dass vielen Unternehmen gar nicht klar ist oder war, dass US-Anbieter wie Microsoft auf Anordnung der US-Regierung Kundendaten herausgeben müssen – selbst wenn diese auf Servern in Deutschland gespeichert sind. Hiergegen ist nur geschützt, wer einen Anbieter mit Hauptfirmensitz (und ohne US-amerikanische Muttergesellschaft) in Deutsch-land oder der EU wählt."

Nur fünf Prozent planen konkreten Wechsel

Trotz der intensiven Diskussion um Datensouveränität scheinen die befragten Unternehmen noch wenig Handlungsdruck zu verspüren: 41 Prozent sehen derzeit keinen Bedarf, zu einem deutschen oder europäischen Anbieter zu wechseln. Weitere 25 Prozent ziehen einen Wechsel lediglich in Erwägung. Immerhin 29 Prozent sehen sich bereits nach deutschen oder europäischen Alternativen um, doch nur fünf Prozent haben einen konkreten Wechsel geplant. Gewechselt hat noch kein einziges der befragten Unternehmen.

Bei der Kenntnis von Alternativen ergibt sich ein gemischtes Bild: Nur zehn Prozent der Umfrageteilnehmer kennen viele deutsche oder europäische Alternativen, 64 Prozent kennen zumindest einige, 15 Prozent der Befragten sind allerdings keine Alternativen bekannt.

Entscheidungskriterien und Wunsch-Funktionen für Datenaustausch-Lösungen
Bei den Funktionen, über die eine Datenaustausch-Lösung verfügen sollte, steht Rechteverwaltung und Zugriffskontrolle mit 81 Prozent an erster Stelle, gefolgt von mobiler Zugänglichkeit (71 %) und gemeinsamer Dokumentenbearbeitung (55 %). Collaboration-Funktionen bewerten 34 Prozent der Befragten als sehr wichtig oder unverzichtbar, weitere 43 Prozent sehen darin einen deutlichen Mehrwert.

Die wichtigsten Entscheidungskriterien bei der Auswahl einer Datenaustausch-Lösung sind Compliance-Anforderungen (51 %), interne IT-Anforderungen (40 %) und eine Kombination mehrerer Faktoren (39 %).

Fazit: Bewusstsein vorhanden, Handeln erforderlich

Patrick Reininger resümiert: „Positiv überrascht hat mich, dass immerhin ein Drittel der Befragten angegeben hat, keine Lösungen amerikanischer Anbieter zum Austausch vertraulicher Unternehmensdaten zu nutzen. Bedauerlich finde ich, dass zu diesem Zweck noch immer so viele Unternehmen auf E-Mails mit Anhängen setzen. Aber ich bin Optimist und gehe davon aus, dass sich in den nächsten Monaten und Jahren immer mehr Unternehmen für sichere und datensouveräne Lösungen – wie zum Beispiel Datenräume deutscher Anbieter – entscheiden werden."

























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