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16.02.2026 Zirkulärer Holzhochhausbau: Woodscraper in den Hellwinkel Terrassen

Visualisierung: GRAU Visuals
Mit dem Projekt Woodscraper entstehen in den Hellwinkel Terrassen derzeit zwei wegweisende zwölfgeschossige Holzhybridhochhäuser. Als Bauherrin hat die sozial-ökologische GLS Bank mit der Berliner Unternehmensgruppe Krebs als Projektentwickler sowie dem Berliner Büro Partner und Partner Architekten zwei weitere Initiatoren an ihrer Seite. Zu einem Vortragsabend mit Jeroun Meißner, Projektleiter für die Woodscraper bei Partner und Partner, lädt das Forum Architektur der Stadt Wolfsburg am Dienstag, 3. März, um 18:30 Uhr in das Alvar-Aalto-Kulturhaus, Hörsaal 1, Porschestraße 51, ein. Er wird Einblicke in das besondere Konzept und den umfangreichen Entwicklungsprozess geben. Der Eintritt ist frei.

Besonders an den Wolfsburger Holzhochhäusern ist der konsequent zirkuläre Ansatz. Von Beginn an wurde die Umnutzbarkeit und Wiederverwendung von Bauteilen und Baustoffen mitgedacht. Damit gelten die Gebäude als erste Wohnhochhäuser dieser Art in Deutschland.

Konstruktiv setzen die Woodscraper auf ein differenziertes Holzhybridsystem. Vorgefertigte Holzmodule kommen als Außenwandelemente zum Einsatz, während in den Kernen der Tiefgaragen, Treppenhäuser und Flure CO?-reduzierter Beton sowie Recyclingbeton verwendet werden. Alle Bauteile wurden umfassend ökobilanziert.
Ergänzt wird das Nachhaltigkeitskonzept durch ein Drainagesystem, das anfallendes Wasser für die Bewirtschaftung der Außenanlagen nutzbar macht. Die Holzkonstruktionen tragen zudem auf natürliche Weise zur Regulierung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Sauerstoffgehalt der Raumluft bei. Insgesamt entstehen rund 8.000 Quadratmeter Wohnfläche mit 106 Wohneinheiten, überwiegend barrierefrei und davon 45 Prozent sozial gefördert. Ergänzend sind ein Café im Erdgeschoss, eine gemeinschaftliche Dachterrasse sowie Außenflächen für gemeinschaftliche Nutzung vorgesehen.

Der Ursprung des Projekts hängt eng mit der Entwicklung der Wolfsburger Hellwinkel Terrassen zusammen. Bereits 2012 formulierte die Stadt hier Leitlinien, die zur Umsetzung innovativer und nachhaltiger Projekte jenseits des Standards auffordern, auch auf den für Hochhäuser vorgesehenen Baufeldern. 2015 bewarben sich Partner und Partner mit dem Konzept der Woodscraper, für die die Stadt zwei Baufelder im ersten Bauabschnitts reservierte.

„Der umfassende nachhaltige Anspruch des Projektes spiegelt das Leitbild, das wir uns für das Quartier Hellwinkel Terrassen gesetzt haben. Darum war es uns wichtig, unsere Möglichkeiten im Rahmen der Grundstücksvergabe zu nutzen und an dem Projekt während der mehrjährigen Entwicklungsphase festzuhalten“, erläutert Kai-Uwe Hirschheide, Erster Stadtrat und Stadtbaurat der Stadt Wolfsburg.

Es folgte ein intensiver Entwicklungsprozess, in dem es nicht allein um die technische Machbarkeit ging. Im Rahmen eines Forschungsprojekts, gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, wurde auch die wirtschaftliche und soziale Tragfähigkeit des Konzepts einschließlich zentraler Fragen der Genehmigungsfähigkeit nachgewiesen. 2021 wurde das Woodscraper-Konzept mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Der erste Spatenstich erfolgte im Herbst 2024, die Fertigstellung ist für 2027 geplant.



























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