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13.02.2026 Aktuelle Insolvenzzahlen: Nicht jede Krise ist ein Fall für die Politik

Während die Unternehmensinsolvenzen im November 2025 leicht steigen, meldet das IWH einen Rückgang im Januar 2026 zum Vormonat. Dabei stehen viele Branchen vor strukturellen Herausforderungen. Unternehmerische Lösungen sind gefragt. Eine Sonderrolle nimmt das stark regulierte Gesundheitswesen ein.

Das Statistische Bundesamt* hat heute die Zahl der Unternehmensinsolvenzen für den Monat November 2025 veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,4 Prozent gestiegen. Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) meldet für den Januar 2026 einen Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vormonat Dezember bei den Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland. Laut Destatis lagen die Forderungen der Gläubiger im November bei 1,5 Milliarden Euro, während sie im November 2024 noch bei 2,8 Milliarden gelegen hatten.

Die aktuellen Insolvenzzahlen zeigen bei einigen Branchen ein angespanntes Bild. Besonders der Einzelhandel bleibt eine krisengeplagte Branche. Online-Handel, verändertes Konsumverhalten und die anhaltende Kaufzurückhaltung setzen viele Unternehmen unter Druck. Der Handelsverband fordert angesichts der Entwicklung die Bundesregierung auf, mit den richtigen Maßnahmen einen Aufwärtstrend auszulösen. Die Mitgliedsunternehmen erhoffen sich insbesondere spürbare Entlastungen beim Thema Bürokratie.

Der Berufsverband der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands (VID) mahnt jedoch zu einer differenzierten Betrachtung: „Zu schnell werden Negativentwicklungen allein auf bürokratische Hürden oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen geschoben. Wir sehen die existenziellen Herausforderungen vieler Branchen. Aber das allein auf die Politik zu schieben, ist zu kurz gesprungen“, so Dr. Christoph Niering, Insolvenzverwalter und Vorsitzender des VID.

Auch die Restrukturierungsberatung Falkensteg sieht strukturelle Herausforderungen für deutsche Unternehmen. Hohe Energiepreise, steigende Arbeitskosten und ein erheblicher bürokratischer Aufwand belasteten viele Betriebe. Falkensteg wertet insbesondere Insolvenzen von Unternehmen mit mehr als zehn Millionen Euro Umsatz aus. Diese Großinsolvenzen sind im Jahr 2025 stark gestiegen und werden auch 2026 weiter zunehmen.

Ausnahmen seien die stark gebeutelte Krankenhauslandschaft und der Bereich der Altenpflege. „Gerade bei Krankenhäusern wird die Insolvenz zunehmend als Instrument der Marktbereinigung seitens der Kostenträger, der Länder und des Bundes bewusst in Kauf genommen. Dies geschieht in einem staatlich regulierten Marktumfeld, ohne dass die betroffenen Einrichtungen tragfähige Alternativlösungen entwickeln könnten. Krankenhäuser sind in ihrer Preisgestaltung nicht frei, übernehmen staatliche Aufgaben und können notwendige strukturelle Veränderungen nicht eigenständig umsetzen“, so Niering.

Während Unternehmen der Realwirtschaft gefordert sind, sich eigenständig an veränderte Marktbedingungen anzupassen, ist die Krankenhauslandschaft aufgrund ihrer starken staatlichen Regulierung in einer besonderen Situation. Hier sind vor allem politische Rahmenentscheidungen maßgeblich.



























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