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12.02.2026 BFW fordert Priorität für Bauordnungs-Reform in Brandenburg

Im Rahmen der aktuellen Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und CDU im Februar 2026 macht der BFW Landesverband Berlin/Brandenburg auf die angespannte Lage im Brandenburger Wohnungsbau aufmerksam. Aktuelle Auswertungen der Baugenehmigungszahlen für das Jahr 2025 zeigen erneut einen deutlichen Rückgang der Bautätigkeit im Vergleich zum Vorjahr, was auf ein bereits länger schwelendes Problem bei den Rahmenbedingungen für Investitionen hindeutet. Der Verband regt daher an, die Ziele der Baukostensenkung und Verfahrensbeschleunigung als wesentliche Schwerpunkte im neuen Koalitionsvertrag zu verankern und die bereits in weiten Teilen erarbeitete Bauordnungsnovelle zügig umzusetzen.

Es ist ein Problem, das schon eine Weile unter der Oberfläche schwelt: Während der Bedarf an Wohnraum stetig wächst, wird das Bauen durch komplexe Anforderungen und steigende Kosten immer schwieriger realisierbar. Die Immobilienwirtschaft fordert daher schon lange von der Politik, endlich entgegenzusteuern und Bauen wieder einfacher und damit günstiger zu machen.

Tatsächlich wurde in den vergangenen Monaten bereits viel wertvolle Vorarbeit für eine moderne und zukunftsfähige Bauordnung für Brandenburg geleistet. Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt seit Ende 2025 vor. Angesichts des politischen Neuanfangs in Brandenburg besteht nun die Chance, dieses noch immer offene Thema entschlossen anzugehen und der Branche die Sicherheit zu geben, die sie für die Aktivierung neuer Projekte dringend benötigt.

Die Notwendigkeit für ein schnelles Handeln der möglicherweise neuen Koalitionspartner wird durch die statistische Entwicklung der Baugenehmigungen untermauert. Die vom Amt für Statistik veröffentlichten Zahlen für das Jahr 2025 zeigen im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Abwärtstrend. Insgesamt wurden Genehmigungen für 7.964 neue Wohnungen erteilt und damit rund 12,1 Prozent weniger als im Vorjahr und sogar 48,5 Prozent weniger als beispielsweise im Jahr 2021, als die Wohnungsbauoffensive im Land Brandenburg mit mehr als 15.000 genehmigten Neubauwohnungen noch in vollem Gang war. Die Gesamtentwicklung bei den Baugenehmigungen in den letzten Jahren ist aus Sicht des BFW ein deutliches Signal für den Handlungsbedarf.

Um diesen Trend umzukehren, bietet der bereits Ende 2025 in den Brandenburger Landtag eingebrachte Entwurf zur Novellierung der Bauordnung eine fundierte Arbeitsgrundlage. Die darin enthaltenen Ansätze adressieren zentrale Hemmnisse der Praxis. Hierzu zählen insbesondere der Verzicht auf kommunale Stellplatzsatzungen für Wohnnutzungen sowie die Streichung zwingender Abstellflächen je Wohnung, was die Baukosten direkt und messbar senken würde. Zudem versprechen Genehmigungsfreistellungen für Standardvorhaben und die Einführung von Entscheidungsfiktionen die dringend benötigte Beschleunigung der Verfahren.

„Wir weisen mit Blick auf die aktuelle Statistik auf eine Entwicklung hin, die uns bereits seit geraumer Zeit Sorge bereitet. Die seit einigen Jahren rückläufigen Baugenehmigungszahlen belegen, dass der Wohnungsbau in Brandenburg dringend einen neuen Impuls benötigt“, erklärt Frederik Schneider, stellvertretender Geschäftsführer des BFW Landesverband Berlin/Brandenburg.

„Die im Rahmen der bereits angestoßenen Bauordnungsnovelle erarbeiteten Instrumente und Maßnahmen zur Verfahrensbeschleunigung und Kostensenkung sind fachlich ausgereift und sollten substantiell in die künftige Regierungsarbeit einfließen. Eine moderne Bauordnung für Brandenburg kann und muss schnell umgesetzt werden. Es ist ein gemeinsames Ziel von Politik und Wirtschaft, private Investitionen wieder in der Breite zu mobilisieren und den Wohnungs- und damit auch Gewerbestandort Brandenburg zu stärken.“

Neben dem Neubau bieten auch die geplanten Erleichterungen für Maßnahmen im Bestand, wie Dachgeschossausbauten oder Aufstockungen, ein erhebliches Potenzial für die Schaffung von Wohnraum. Der BFW sieht sich hier als Partner einer neuen Landesregierung, um gemeinsam sicherzustellen, dass Brandenburg den Weg zu einem einfachen und bezahlbaren Bauen konsequent weiterverfolgt und die einstige Wohnungsbauoffensive wieder an Fahrt gewinnt.

Der BFW Landesverband Berlin/Brandenburg steht bereit, die kommenden Schritte konstruktiv zu begleiten und seine Expertise einzubringen, damit die Weichen für eine stabile Entwicklung des Wohnungsmarktes in Brandenburg richtig gestellt werden.

























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