11.02.2026 Grünes Licht fürs MOORITZ – BHB schafft 99 Wohnungen bei München

Das MOORITZ. © BHB Unternehmensgruppe
Direkt am S-Bahnhof Gauting werden die Weichen für die Zukunft des Bauens gestellt: Das MOORITZ, ein Pilotprojekt für zirkuläres Bauen mit möglichst geringem Ressourcenverbrauch, hat am Dienstag, den 10. Februar 2026, mit dem Satzungsbeschluss des Gemeinderates den entscheidenden Meilenstein erreicht. Das von der BHB Unternehmensgruppe in serieller Holzhybrid-Bauweise konzipierte MOORITZ ist mit seinen 99 Wohnungen und den vielfältigen Gemeinschaftsflächen Teil des bayernweiten Programms „Gebäudetyp-e“. Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr hat 19 wegweisende Projekte ausgewählt, die im Rahmen eines Reallabors unter anderem von Expert:innen der TUM wissenschaftlich begleitet werden, um Wohnraum wieder günstiger und schneller zu errichten – und zugleich neue Qualitäten zu entwickeln.
Neu gedacht und um einiges eleganter gelöst – für die BHB Unternehmensgruppe ist der „Gebäudetyp-e“ eine Möglichkeit, abseits der Standards und Normen neue Wohnungsbau-Konzepte zu testen, die ökologisch, sozial und ökonomisch überzeugen. Am Bahnweg 2, direkt an den Gleisen des Bahnhofs, kann noch dieses Jahr die Umsetzung eines Gebäudes mit 99 Wohnungen und vielfältigen Gemeinschaftsflächen beginnen, das als Vorbild für den Bau ökologischer und zugleich leistbarer Wohnungen dienen kann. Die große Mehrheit des Gautinger Bauausschusses zeigte sich von dem Konzept von Anfang an überzeugt und hatte dem MOORITZ bereits im Mai 2025 mit dem Billigungsbeschluss zum Bebauungsplan mit großer Mehrheit ein positives Votum gegeben.
„Für die Gemeinde Gauting ist die Realisierung von dringend benötigtem bezahlbaren Wohnraum ein wichtiger Schritt, um auch junge Menschen und Personen mit normalem Einkommen am Ort halten zu können. Dies ist vor allem für die Wahrung eines guten sozialen Zusammenhalts von großer Bedeutung“, betont Gautings Erste Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger.
„Der Satzungsbeschluss markiert für uns einen entscheidenden Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung des MOORITZ. Wir danken der Gemeinde Gauting für die konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit während des gesamten Planungsprozesses. Dieses Engagement hat maßgeblich dazu beigetragen, das MOORITZ auf den Weg zu bringen. Das entgegengebrachte Vertrauen ermöglicht es uns, mit dem Projekt neue Wege im ressourcenschonenden und bedarfsgerechten Wohnungsbau zu gehen und einen konkreten Beitrag zur Bauwende zu leisten“, unterstreicht Melanie Hammer, geschäftsführende Gesellschafterin der BHB Unternehmensgruppe.
Blaupause für die Bauwende – Wissenschaft und Politik begleiten das Projekt
Mit dem Namen MOORITZ nimmt die BHB Unternehmensgruppe auf die Lage Gautings am Leutstettener Moos Bezug und unterstreicht den konzeptionellen Ansatz, einen Anstoß für die Verwendung von Moorbaustoffen zu geben. Das MOORITZ ist ein ganzheitliches Modell, das Ziele der regenerativen Kreislaufwirtschaft mit den Herausforderungen der Bauwirtschaft in Einklang bringen möchte.
Entstehen werden 99 kompakte und erschwingliche Wohneinheiten für Auszubildende, Studierende und Berufseinsteiger:innen. Ein Teil der Wohnungen ist im Sinne des Gautinger Modells gezielt für Menschen aus sogenannten Engpassberufen vorgesehen, etwa in der Pflege, Kinderbetreuung oder im medizinischen Bereich. Das Projekt setzt bewusst auf eine durchmischte Hausgemeinschaft und fördert mit vielfältigen Gemeinschaftsflächen im Innen- und Außenbereich den Austausch zwischen den Bewohner:innen.
Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für Fachkräfte ist in der Region hoch. Auch die Asklepios Lungenklinik Gauting unterstützt das Projekt ausdrücklich. In einem Unterstützerschreiben betont die Klinik, dass trotz vorhandener eigener Mitarbeiterwohnungen weiterhin großer Bedarf an zusätzlichem Wohnraum besteht: „Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen wird uns als Gesundheitsdienstleister, aber auch uns als Gesellschaft noch die nächsten Jahre vor enorme Herausforderungen stellen. Um genau diesen Herausforderungen zielführend begegnen zu können, brauchen wir als Gesundheitsdienstleister, aber auch als Gesellschaft unbedingt Nachwuchs in Gesundheitsberufen. Ein wichtiges Puzzleteil, um diesen Beruf attraktiv zu gestalten, sind neu gedachte und bezahlbare Wohnraumlösungen wie das MOORITZ“, so Lukas Förster, Geschäftsführer der Asklepios Lungenklinik Gauting.
Melanie Hammer, geschäftsführende Gesellschafterin der BHB Unternehmensgruppe, treibt das MOORITZ mit viel Leidenschaft für nachhaltiges Bauen voran: „Wir wollen zeigen, dass klimagerechter und kostengünstiger Wohnraum kein Widerspruch ist.“ Geprägt ist der Ansatz Melanie Hammers von einem spezifischen Blick aus der weiblichen Perspektive. Dieser gendersensitive Ansatz spiegelt sich in jedem Detail des MOORITZ wider, von der Architektur über die Inneneinrichtung bis zur Gartengestaltung. Das „e“ in dem „Gebäudetyp-e“ der Staatsregierung steht dabei für experimentelles und einfacheres Bauen – weniger Vorschriften, mehr Gestaltungsfreiheit. Nur 19 Projekte in ganz Bayern wurden zugelassen.
Klimaschutz durch Baustoffe aus dem Moor
Im Vordergrund steht neben der seriellen Bauweise in Massivholz die experimentelle Verwendung von Paludi-Baustoffen. In Dämmung und Innenausstattung plant die BHB mit Rohrkolben (Typha), Schilf und Feuchtwiesengräsern – Pflanzen, die auf wiedervernässten Mooren gedeihen und diese gleichzeitig renaturieren. Diese Baustoffe sind nicht nur CO?-speichernd und regional verfügbar, sondern bieten auch Landwirt:innen wirtschaftliche Anreize zur Wiedervernässung von Moorflächen, was ein zentraler Hebel für den Klimaschutz ist. Sieben Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen werden von trockengelegten Mooren verursacht. Laut dem Umweltbundesamt entfielen allein im Jahr 2020 circa 53 Millionen Tonnen CO?-Äquivalente (CO?-Äq), also mehr als sieben Prozent aller Emissionen in Deutschland, auf trockengelegte Moorböden. Bundesweit gibt es etwa 18.000 Quadratkilometer Moorböden, wovon mehr als 90 Prozent entwässert sind.
„Ich bin persönlich davon überzeugt, dass die Moorbaustoffe uns gesamtwirtschaftlich und ökologisch viele Vorteile bieten“, betont Hammer.
„Durch die regionale Produktion gewinnen wir in der Bauwirtschaft wieder mehr Unabhängigkeit von globalen Lieferketten. Zugleich verspricht die Paludi-Kultur einen regionalen Wirtschaftskreislauf, der Landwirt:innen auf wiedervernässten Mooren gute Erlöse verspricht. Ich freue mich, dass die Politik diese Möglichkeiten inzwischen erkannt hat. Wir alle haben nun die Aufgabe, innovative Paludi-Produkte – zum Beispiel im Bereich der Dämmung – auf dem Weg zur Marktreife zu unterstützen“, so Melanie Hammer.
„Die Technische Universität München begleitet das MOORITZ als angewandtes Forschungsprojekt. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zu Materialkreisläufen, CO?-Speicherung und Gebäudetyp-e direkt im realen Baumaßstab zu erforschen. Pilot- und Demonstrationsbauten wie das MOORITZ sind entscheidend, um bioregionale Materialien in die Breite zu bringen. Sie schaffen Vertrauen in neue Verfahren, senken Markteintrittsrisiken und ermöglichen Übertragbarkeit in Planung, Handwerk und Baupraxis“, so Prof. Fanelsa.
Im MOORITZ werden die Konzepte wissenschaftlich begleitet. Eine enge Kooperation besteht mit der Technischen Universität München, dem Lehrstuhl „Architecture and Design“ von Prof. Niklas Fanelsa. Dort diente das MOORITZ im Wintersemester 2024/2025 als Entwurfsthema für Studierende („Paludi Prealps“).
Ergänzt wird die Verwendung nachwachsender Baustoffe durch die möglichst umfassende Wiederverwertung des alten Bestandes auf dem Grundstück. Beispielsweise werden Ziegelsteine aus dem Abriss für den Bau der Landschaftstreppe und Hochbeete verwendet, was Transportwege und CO?-Emissionen spart.
Mobilität neu gedacht: Ohne Tiefgarage im Zeichen des Fahrrads
Einen starken Hebel für Klimaschutz setzt die BHB auch bei der Mobilität ein. Durch ein qualifiziertes Mobilitätskonzept konnten die Stellplätze maßgeblich verringert werden. Mit dem Verzicht auf die Tiefgarage wird der CO?-Fußabdruck erheblich reduziert. Stattdessen entstehen 130 Fahrradstellplätze – 30 Prozent mehr als üblich – und nur zwölf rückbaubare Pkw-Stellplätze oberirdisch. Die strategische Lage am Gautinger Bahnhof sowie einer möglichen Fahrradschnellverbindung zwischen München und Starnberg machen das MOORITZ zu einem Knotenpunkt für aktive Mobilität.
Im Erdgeschoss entsteht ein multimodaler „Mobility Hub“, ausgestattet mit einer Fahrrad-Servicewerkstatt und einer gemütlichen Lounge mit Küche. Das Angebot soll nicht nur den Bewohner:innen, sondern auch Radreisenden als „Raststation“ mit kostenlosen Reparatur- und Lademöglichkeiten dienen. Ergänzend stehen im Mobilitätshaus Sharing-Angebote bereit, darunter zwei Pedelecs und zwei E-Lastenräder. Zwei Carsharing-Fahrzeuge stehen bereit, wenn eine längere Fahrt oder ein Transport ansteht.
Das Fahrrad ist auch Thema in der Architektur: Die Nordfassade zur Bahnseite soll als „Setzkasten“ mit Fahrrädern der Bewohner:innen gestaltet werden – ein bewusster Kontrapunkt zu einem Autohaus am Mittleren Ring. Diese Architektursprache macht das Thema Rad sichtbar und etabliert es als Landmark. Darüber hinaus werden Räder ausrangierter Fahrräder als filigranes Rankgitter verwendet, die dem Mikroklima dienen und das Thema Nachhaltigkeit weithin sichtbar machen. Auch die Wiederverwendung einzelner Fahrradbauteile als Lampen und Möbel in den Gemeinschaftsräumen wird angestrebt, um Ressourcen zu schonen und ein wiedererkennbares Design zu schaffen.
Die nächsten Schritte lassen auf eine zügige Umsetzung hoffen: Der im Januar 2026 begonnene Rückbau des Bestandsgebäudes wird mit Beginn des zweiten Quartals fertiggestellt sein. Nach Einreichung des Bauantrags plant die BHB aktuell mit Baubeginn im Sommer 2026. Ziel ist es, die ersten Bewohner:innen durch das innovative Bauverfahren in serieller Holzhybrid-Bauweise bereits im Sommer 2027 willkommen zu heißen.
Neu gedacht und um einiges eleganter gelöst – für die BHB Unternehmensgruppe ist der „Gebäudetyp-e“ eine Möglichkeit, abseits der Standards und Normen neue Wohnungsbau-Konzepte zu testen, die ökologisch, sozial und ökonomisch überzeugen. Am Bahnweg 2, direkt an den Gleisen des Bahnhofs, kann noch dieses Jahr die Umsetzung eines Gebäudes mit 99 Wohnungen und vielfältigen Gemeinschaftsflächen beginnen, das als Vorbild für den Bau ökologischer und zugleich leistbarer Wohnungen dienen kann. Die große Mehrheit des Gautinger Bauausschusses zeigte sich von dem Konzept von Anfang an überzeugt und hatte dem MOORITZ bereits im Mai 2025 mit dem Billigungsbeschluss zum Bebauungsplan mit großer Mehrheit ein positives Votum gegeben.
„Für die Gemeinde Gauting ist die Realisierung von dringend benötigtem bezahlbaren Wohnraum ein wichtiger Schritt, um auch junge Menschen und Personen mit normalem Einkommen am Ort halten zu können. Dies ist vor allem für die Wahrung eines guten sozialen Zusammenhalts von großer Bedeutung“, betont Gautings Erste Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger.
„Der Satzungsbeschluss markiert für uns einen entscheidenden Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung des MOORITZ. Wir danken der Gemeinde Gauting für die konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit während des gesamten Planungsprozesses. Dieses Engagement hat maßgeblich dazu beigetragen, das MOORITZ auf den Weg zu bringen. Das entgegengebrachte Vertrauen ermöglicht es uns, mit dem Projekt neue Wege im ressourcenschonenden und bedarfsgerechten Wohnungsbau zu gehen und einen konkreten Beitrag zur Bauwende zu leisten“, unterstreicht Melanie Hammer, geschäftsführende Gesellschafterin der BHB Unternehmensgruppe.
Blaupause für die Bauwende – Wissenschaft und Politik begleiten das Projekt
Mit dem Namen MOORITZ nimmt die BHB Unternehmensgruppe auf die Lage Gautings am Leutstettener Moos Bezug und unterstreicht den konzeptionellen Ansatz, einen Anstoß für die Verwendung von Moorbaustoffen zu geben. Das MOORITZ ist ein ganzheitliches Modell, das Ziele der regenerativen Kreislaufwirtschaft mit den Herausforderungen der Bauwirtschaft in Einklang bringen möchte.
Entstehen werden 99 kompakte und erschwingliche Wohneinheiten für Auszubildende, Studierende und Berufseinsteiger:innen. Ein Teil der Wohnungen ist im Sinne des Gautinger Modells gezielt für Menschen aus sogenannten Engpassberufen vorgesehen, etwa in der Pflege, Kinderbetreuung oder im medizinischen Bereich. Das Projekt setzt bewusst auf eine durchmischte Hausgemeinschaft und fördert mit vielfältigen Gemeinschaftsflächen im Innen- und Außenbereich den Austausch zwischen den Bewohner:innen.
Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum für Fachkräfte ist in der Region hoch. Auch die Asklepios Lungenklinik Gauting unterstützt das Projekt ausdrücklich. In einem Unterstützerschreiben betont die Klinik, dass trotz vorhandener eigener Mitarbeiterwohnungen weiterhin großer Bedarf an zusätzlichem Wohnraum besteht: „Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen wird uns als Gesundheitsdienstleister, aber auch uns als Gesellschaft noch die nächsten Jahre vor enorme Herausforderungen stellen. Um genau diesen Herausforderungen zielführend begegnen zu können, brauchen wir als Gesundheitsdienstleister, aber auch als Gesellschaft unbedingt Nachwuchs in Gesundheitsberufen. Ein wichtiges Puzzleteil, um diesen Beruf attraktiv zu gestalten, sind neu gedachte und bezahlbare Wohnraumlösungen wie das MOORITZ“, so Lukas Förster, Geschäftsführer der Asklepios Lungenklinik Gauting.
Melanie Hammer, geschäftsführende Gesellschafterin der BHB Unternehmensgruppe, treibt das MOORITZ mit viel Leidenschaft für nachhaltiges Bauen voran: „Wir wollen zeigen, dass klimagerechter und kostengünstiger Wohnraum kein Widerspruch ist.“ Geprägt ist der Ansatz Melanie Hammers von einem spezifischen Blick aus der weiblichen Perspektive. Dieser gendersensitive Ansatz spiegelt sich in jedem Detail des MOORITZ wider, von der Architektur über die Inneneinrichtung bis zur Gartengestaltung. Das „e“ in dem „Gebäudetyp-e“ der Staatsregierung steht dabei für experimentelles und einfacheres Bauen – weniger Vorschriften, mehr Gestaltungsfreiheit. Nur 19 Projekte in ganz Bayern wurden zugelassen.
Klimaschutz durch Baustoffe aus dem Moor
Im Vordergrund steht neben der seriellen Bauweise in Massivholz die experimentelle Verwendung von Paludi-Baustoffen. In Dämmung und Innenausstattung plant die BHB mit Rohrkolben (Typha), Schilf und Feuchtwiesengräsern – Pflanzen, die auf wiedervernässten Mooren gedeihen und diese gleichzeitig renaturieren. Diese Baustoffe sind nicht nur CO?-speichernd und regional verfügbar, sondern bieten auch Landwirt:innen wirtschaftliche Anreize zur Wiedervernässung von Moorflächen, was ein zentraler Hebel für den Klimaschutz ist. Sieben Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen werden von trockengelegten Mooren verursacht. Laut dem Umweltbundesamt entfielen allein im Jahr 2020 circa 53 Millionen Tonnen CO?-Äquivalente (CO?-Äq), also mehr als sieben Prozent aller Emissionen in Deutschland, auf trockengelegte Moorböden. Bundesweit gibt es etwa 18.000 Quadratkilometer Moorböden, wovon mehr als 90 Prozent entwässert sind.
„Ich bin persönlich davon überzeugt, dass die Moorbaustoffe uns gesamtwirtschaftlich und ökologisch viele Vorteile bieten“, betont Hammer.
„Durch die regionale Produktion gewinnen wir in der Bauwirtschaft wieder mehr Unabhängigkeit von globalen Lieferketten. Zugleich verspricht die Paludi-Kultur einen regionalen Wirtschaftskreislauf, der Landwirt:innen auf wiedervernässten Mooren gute Erlöse verspricht. Ich freue mich, dass die Politik diese Möglichkeiten inzwischen erkannt hat. Wir alle haben nun die Aufgabe, innovative Paludi-Produkte – zum Beispiel im Bereich der Dämmung – auf dem Weg zur Marktreife zu unterstützen“, so Melanie Hammer.
„Die Technische Universität München begleitet das MOORITZ als angewandtes Forschungsprojekt. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zu Materialkreisläufen, CO?-Speicherung und Gebäudetyp-e direkt im realen Baumaßstab zu erforschen. Pilot- und Demonstrationsbauten wie das MOORITZ sind entscheidend, um bioregionale Materialien in die Breite zu bringen. Sie schaffen Vertrauen in neue Verfahren, senken Markteintrittsrisiken und ermöglichen Übertragbarkeit in Planung, Handwerk und Baupraxis“, so Prof. Fanelsa.
Im MOORITZ werden die Konzepte wissenschaftlich begleitet. Eine enge Kooperation besteht mit der Technischen Universität München, dem Lehrstuhl „Architecture and Design“ von Prof. Niklas Fanelsa. Dort diente das MOORITZ im Wintersemester 2024/2025 als Entwurfsthema für Studierende („Paludi Prealps“).
Ergänzt wird die Verwendung nachwachsender Baustoffe durch die möglichst umfassende Wiederverwertung des alten Bestandes auf dem Grundstück. Beispielsweise werden Ziegelsteine aus dem Abriss für den Bau der Landschaftstreppe und Hochbeete verwendet, was Transportwege und CO?-Emissionen spart.
Mobilität neu gedacht: Ohne Tiefgarage im Zeichen des Fahrrads
Einen starken Hebel für Klimaschutz setzt die BHB auch bei der Mobilität ein. Durch ein qualifiziertes Mobilitätskonzept konnten die Stellplätze maßgeblich verringert werden. Mit dem Verzicht auf die Tiefgarage wird der CO?-Fußabdruck erheblich reduziert. Stattdessen entstehen 130 Fahrradstellplätze – 30 Prozent mehr als üblich – und nur zwölf rückbaubare Pkw-Stellplätze oberirdisch. Die strategische Lage am Gautinger Bahnhof sowie einer möglichen Fahrradschnellverbindung zwischen München und Starnberg machen das MOORITZ zu einem Knotenpunkt für aktive Mobilität.
Im Erdgeschoss entsteht ein multimodaler „Mobility Hub“, ausgestattet mit einer Fahrrad-Servicewerkstatt und einer gemütlichen Lounge mit Küche. Das Angebot soll nicht nur den Bewohner:innen, sondern auch Radreisenden als „Raststation“ mit kostenlosen Reparatur- und Lademöglichkeiten dienen. Ergänzend stehen im Mobilitätshaus Sharing-Angebote bereit, darunter zwei Pedelecs und zwei E-Lastenräder. Zwei Carsharing-Fahrzeuge stehen bereit, wenn eine längere Fahrt oder ein Transport ansteht.
Das Fahrrad ist auch Thema in der Architektur: Die Nordfassade zur Bahnseite soll als „Setzkasten“ mit Fahrrädern der Bewohner:innen gestaltet werden – ein bewusster Kontrapunkt zu einem Autohaus am Mittleren Ring. Diese Architektursprache macht das Thema Rad sichtbar und etabliert es als Landmark. Darüber hinaus werden Räder ausrangierter Fahrräder als filigranes Rankgitter verwendet, die dem Mikroklima dienen und das Thema Nachhaltigkeit weithin sichtbar machen. Auch die Wiederverwendung einzelner Fahrradbauteile als Lampen und Möbel in den Gemeinschaftsräumen wird angestrebt, um Ressourcen zu schonen und ein wiedererkennbares Design zu schaffen.
Die nächsten Schritte lassen auf eine zügige Umsetzung hoffen: Der im Januar 2026 begonnene Rückbau des Bestandsgebäudes wird mit Beginn des zweiten Quartals fertiggestellt sein. Nach Einreichung des Bauantrags plant die BHB aktuell mit Baubeginn im Sommer 2026. Ziel ist es, die ersten Bewohner:innen durch das innovative Bauverfahren in serieller Holzhybrid-Bauweise bereits im Sommer 2027 willkommen zu heißen.




