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30.01.2026 Standortfördergesetz: Immobilienfonds werden Energiewende-Treiber

Mit der Zustimmung des Bundesrats zum Standortfördergesetz (StoFöG) rückt die Immobilienwirtschaft vom Rand ins Zentrum der Energiewende. Was lange regulatorisch ausgebremst wurde, ist nun möglich: Offene Immobilienfonds dürfen bis zu 15 Prozent ihres Vermögens in erneuerbare Energien und zugehörige Infrastruktur investieren. Das ist kein technisches Detail, sondern ein strategischer Paradigmenwechsel.
Erstmals können Immobilienfonds ihren Kernfokus beibehalten und zugleich systematisch Kapital in die Energieinfrastruktur lenken. Allein aus offenen Fonds lässt sich so ein Investitionsvolumen im zweistelligen Milliardenbereich mobilisieren. Kapital, das bislang durch steuerliche und aufsichtsrechtliche Hürden blockiert war. Der Abbau dieser Hemmnisse, insbesondere im Investmentsteuerrecht, schafft nun den dringend benötigten Handlungsspielraum.

Die Gesetzesnovelle trifft auf einen Markt, der faktisch bereits weiter ist als sein regulatorischer Rahmen. Erneuerbare Energien dominieren die deutsche Stromerzeugung, Photovoltaik wächst dynamisch, während der Ausbau der Windenergie hinter den Zielen zurückbleibt. Um auf dem Klimapfad zu bleiben, braucht es nicht nur politische Ambitionen, sondern vor allem skalierbares Kapital. Genau hier kommen Immobilienfonds ins Spiel.

Für institutionelle Anleger entsteht eine neue Qualität der Portfoliostruktur: stabile, planbare Cashflows aus Immobilien treffen auf renditestarke Energieanlagen mit messbarer ESG-Wirkung. Kombinierte Strategien streuen Risiken, senken die CO?-Intensität und erhöhen zugleich die Attraktivität von Immobilien. Das gelingt etwa durch Eigenstrommodelle oder die Versorgung von Mietern mit regionalem Grünstrom.
Entscheidend ist nun die Haltung der Fondsanbieter. Die 15-Prozent-Option darf nicht als regulatorisches Beiwerk verstanden werden. Wer sie nur als Randthema behandelt, verschenkt strategisches Potenzial. Wer sie hingegen konsequent in die Fondsarchitektur integriert, positioniert sich nicht nur zukunftsfähig, sondern wird zum aktiven Mitgestalter der Energiewende.

(Von Thomas Lehmann MRICS, CVA, HypZert F, Director bei Wüest Partner)
























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