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30.01.2026 Berdenesh Hills in Südalbanien: Zitadelle im Mittelmeerraum

Fotocredits: NOA.STUDIO DER ARCHITEKTEN STEFAN RIER UND LUKAS RUNGGER
Inspiriert von der mediterranen Landschaft Südalbaniens, präsentiert sich das Projekt „Berdenesh Hills“ als moderne Zitadelle, deren Architektur von Meer, Licht und Topografie geprägt ist. Studio NOA entwirft ein Ensemble terrassenförmiger Baukörper in Erdtönen, die die Identität der Region in ein harmonisches Wohnumfeld übersetzen.

Nach ihrem Projekt „Puzzle“ im Zentrum von Tirana widmet sich das italienische Studio NOA einer neuen Herausforderung in Südalbanien und richtet seinen Blick auf Saranda. Hier stehen die sinnlichen Qualitäten des Mittelmeers – das Licht, das Meer und die ferne Silhouette von Korfu – im Mittelpunkt der räumlichen und formalen Gestaltung des neuen Wohnprojekts.

Die Anreise zum Projektstandort erwies sich als wichtige Inspirationsquelle. Die Route zeichnet einen deutlichen Übergang vom dichten Stadtgefüge Tiranas zu einer weitläufigen, ländlichen Landschaft mit sanften Hügeln, die von mediterraner Macchia bedeckt sind.

„Wir waren tief beeindruckt von der Küstenlinie dieser Region: Sie erstreckt sich wie ein nach innen geschwungener Bogen, geprägt von unzähligen Buchten, großen Meeresarmen und kleinen Meeresbuchten, die sich vor dem Hintergrund der Silhouette Korfus am Horizont abzeichnen“, erklärt Lukas Rungger, Architekt und Gründer von NOA.

Jenseits von Saranda – einer Stadt, die seit den 1990er-Jahren einen Bauboom erlebt hat – wird die Landschaft vom Zusammenspiel von Land und Meer bestimmt, das sich in zerklüfteten Klippen und kleinen Sandbuchten manifestiert. Hinter dem Projektgelände formen freiliegende Steinplatten eine tektonische Landschaft aus Vorsprüngen und Vertiefungen. Diese ausgeprägte, spannungsvolle und vielschichtige territoriale Identität spielt eine grundlegende Rolle bei der Gestaltung des Projekts.

Das Projektgelände liegt in einer geschichtsträchtigen Region, in der Spuren alter Burgen, Festungen und Bastionen die Landschaft prägen. Die Analyse sowohl natürlicher als auch anthropogener Elemente ermöglichte es NOA, eine Grammatik für ein neues Siedlungsmodell zu entwickeln – eines, das die Schönheit des Ortes interpretiert und gleichzeitig die Kontinuität zu seinem historischen Kontext wahrt.

„Obwohl heute in der Küstenstadt Saranda der Turm das vorherrschende Architekturbild prägt, wollten wir bei diesem Projekt an die Spuren der Vergangenheit anknüpfen. Wir entwarfen die Idee eines neuen kleinen Viertels in Form einer Zitadelle. Wie ihre historischen Vorbilder entwickelt sich auch diese moderne Zitadelle um einen Mittelpunkt: die zentrale Piazza. Anders als antike griechische, römische oder mittelalterliche Festungen – das bekannteste albanische Beispiel ist Argirocastro – öffnen sich ihre von verschiedenen Gebäuden gebildeten Mauern jedoch nach außen und suchen so kontinuierlich die Verbindung zur Umgebung“, so Architekt Andrea Dal Negro.

Die Integration in die Landschaft wird durch unterschiedlich hohe Dachflächen erreicht, die sich der Topografie des Geländes anpassen. Dieser Ansatz formt eine Architekturlandschaft, die sich nahtlos in die natürliche Umgebung einfügt und eine beinahe amphitheaterartige Anordnung um den Hauptplatz bildet. Das Raumprogramm umfasst rund 250 Apartments und ein Hotel auf einer Fläche von 26.000 m². Im Zentrum der Anlage erstreckt sich der zentrale Platz über fünf terrassenförmig angelegte Ebenen und beherbergt einen Gemeinschaftspavillon. Ein mediterraner Park mit üppiger Vegetation durchzieht das gesamte Gelände und unterstreicht die Verbindung des Projekts mit der Landschaft.

Angesichts der Küstenlage, wo das Leben im Freien eine zentrale Rolle spielt, verfügt jede Wohnung über einen privaten Freiraum. Die Gebäude mit einer maximalen Höhe von sechs Stockwerken verjüngen sich an ihren kürzeren Seiten und schaffen so weitläufige Terrassen, die auch von den Randwohnungen aus zugänglich sind.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Gestaltung der Aussicht gelegt: Das Meer bildet eine ständige, malerische Kulisse. Um diese Verbindung zu verstärken, wurden die blickdichten Brüstungen auf die Wohnbereiche abgesenkt und durch schlanke Metallstäbe ersetzt, die einen ungestörten Blick ermöglichen. Dieses Design stellt sicher, dass das Meer sowohl in den Wohnungen als auch im zentralen öffentlichen Raum das prägende Element der Qualität des Projekts bleibt.

Das Projekt hat die vorläufige Baugenehmigung erhalten und befindet sich derzeit in der nächsten Entwicklungsphase. Der Baubeginn ist für 2026 geplant.



























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