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28.01.2026 Welche Großstädte sind am stärksten von Klimawandelfolgen betroffen

Welche deutschen Großstädte am stärksten von Klimawandelfolgen betroffen sind, zeigt erstmals der Indikator „Klimarisiko 2050" des aktuellen Städterankings von IW Consult, Wirtschaftswoche und ImmoScout24.

• Bremerhaven ist am stärksten gefährdet (Rang 71) – vor allem durch Sturm, Starkregen und Sturmflut.

• Rhein-Städte Mannheim (Rang 70) und Ludwigshafen (Rang 69) drohen sowohl Überschwemmungen als auch Wasserknappheit.

• Remscheid ist die am wenigsten gefährdetet Stadt (Rang 1) vor Bielefeld (Rang 2), Salzgitter (Rang 3) und Solingen (ebenfalls Rang 3).

Wie anfällig sind Deutschlands Großstädte gegenüber Klimagefahren wie Sturm, Starkregen und Dürre? Der neu entwickelte Indikator „Klimarisiko 2050“ des aktuellen Städterankings von IW Consult, Wirtschaftswoche und ImmoScout24 bewertet die Vulnerabilität von 71 deutschen Großstädtengegenüber zehn Klimagefahren. Entwickelt wurde der Indikator von der KA Köln.Assekuranz Agentur GmbH.

„Die Auswertung zeigt, dass Deutschlands Großstädte unterschiedlich stark von Klimagefahren bedroht sind. Städte, die in Hochwasserschutz, Stadtbegrünung und hitzeresistente Infrastrukturen investieren, stärken ihre Widerstandskraft gegenüber Klimarisiken und schützen Bevölkerung und Infrastruktur“, sagt Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin von ImmoScout24. „Klimaresilienz wird damit zu einem wichtigen Faktor bei der Bewertung städtischer Standorte – für Kommunen, Unternehmen und private Haushalte gleichermaßen.“

Bremerhaven, Mannheim und Ludwigshafen sind besonders gefährdet

Bremerhaven weist das höchste Klimarisiko aller deutschen Großstädte auf (Rang 71). Die Küstenlage macht die Stadt anfällig für Sturm, Starkregen und Sturmflut – alles Gefahren mit besonders hohem Schadensausmaß. Stürme können Ober- und Freileitungen beschädigen, umstürzende Bäume den Bahnverkehr lahmlegen, Starkregen die Kanalisationen überlasten und zu Systemausfällen führen. Mannheim (Rang 70) und Ludwigshafen (Rang 69) folgen auf den hinteren Rängen. Die Lage am Rhein sowie an der Mündung des Neckars gilt als besonders hochwassergefährdet. Zugleich zählt der Oberrheingraben aufgrund seiner geringen Niederschlagsmengen und die vergleichsweisen warmen Temperaturen zu den Regionen, in denen Wasserknappheit zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Bremen (Rang 68), Heidelberg (Rang 67) und Rostock (Rang 66) landen ebenfalls auf den hinteren Rängen, da sie insbesondere anfällig für Sturm, Starkregen und Überschwemmung sind. Frankfurt am Main (Rang 62) landet als einzige Metropole unter den zehn gefährdetsten Städten, was auf die Gefahren Überschwemmung, Dürre und Wasserknappheit zurückzuführen ist.

Binnenlandstädte im Norden und Westen weniger gefährdet

Am wenigsten gefährdet zeigen sich Remscheid (Rang 1), Bielefeld (Rang 2) sowie Salzgitter und Solingen (beide Rang 3). Ihre geografische Lage im Binnenland macht Sturmfluten unmöglich. Zudem liegen diese Städte abseits großer Flüsse, was sie zusätzlich vor Überschwemmungen schützt. Auch sind Hitzewellen weniger wahrscheinlich. Ähnliches gilt für Aachen (Rang 5), Dortmund (Rang 6), Bottrop (Rang 7), Bochum (Rang 8), Münster (Rang 9) und Wuppertal (Rang 10) – allesamt nordrhein-westfälische Städte. Remscheid, Aachen und Wuppertal sind beinah gar nicht von Wasserknappheit bedroht. Hingegen weisen Salzgitter, Münster und Bottrop ein leicht erhöhtes Risiko für Wasserknappheit auf – allerdings auf einem immer noch niedrigen Niveau im deutschlandweiten Vergleich.

„Für unsere Analyse haben wir über eine Million Standorte in Deutschland ausgewertet, um ein differenziertes Bild der regionalen Klimarisiken zu erhalten. Der Klimarisikoindex zeigt, wie unterschiedlich Städte bis 2050 von Sturm, Starkregen, Hitze oder Dürre betroffen sein können. Er liefert damit eine wichtige Grundlage, um die Dringlichkeit von Anpassungsmaßnahmen an Klimarisiken in den einzelnen Regionen zu verdeutlichen“, sagt Sarah Reuter, Senior NatCat Expert der KA Köln.Assekuranz Agentur GmbH.

























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