News RSS-Feed

28.01.2026 Konjunktur: Erholung setzt sich fort, aber ohne großen Schwung

Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) setzt seinen schrittweisen Aufwärtstrend fort und steigt im Januar auf 94,8 Punkte. Im Dezember lag der Wert noch bei 93,4 Punkten. Der Barometerwert ist somit noch einmal etwas näher an die neutrale 100-Punkte-Marke gerückt, die ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft anzeigt. Damit verdichten sich die Anzeichen, dass die deutsche Wirtschaft ihre mehrjährige Stagnations- und Rezessionsphase hinter sich lässt. Bereits im Schlussquartal 2025 dürfte die deutsche Wirtschaft gemäß vorläufigen Daten um 0,2 Prozent zugelegt haben.

„Die Investitionsmaßnahmen beginnen zu greifen und geben der Binnenkonjunktur frischen Schub“, so DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik. „Doch der Aufschwung bleibt zunächst fragil – zu viele Bremsklötze wirken noch.“ So kommen zusätzliche Reformanstrengungen der Bundesregierung, die der Wirtschaft zugutekommen sollen, meist nur langsam voran. Der Welthandel insgesamt hält sich zwar trotz Zollturbulenzen erstaunlich robust, aber die Wachstumsraten dürften im laufenden Jahr nur moderat ausfallen. Dazu leiden die deutschen Exporte weiterhin unter der massiven Konkurrenz aus China. Die Stimmungslage bei Unternehmen und Haushalten in Deutschland wird sich darum wohl nur schrittweise aufhellen.

Die deutsche Industrie zeigt nach schwierigen Jahren erste vorsichtige Aufwärtstendenzen. Sowohl bei der Produktion als auch bei den Auftragseingängen zeichnet sich seit dem Herbst eine leichte Erholung ab. Laut dem ifo Geschäftsklimaindex haben sich im Januar die Einschätzungen der aktuellen Lage und Geschäftserwartungen etwas aufgehellt und auch der Einkaufsmanagerindex für die Industrie ist zum Jahresauftakt etwas geklettert. Gleichzeitig belasten die zurückhaltende Nachfrage aus dem Inland und verhaltene Impulse aus der Auslandsnachfrage die Industrieunternehmen nach wie vor. „Die deutsche Industrie hat mit viel Gegenwind zu kämpfen,“ sagt DIW-Konjunkturexpertin Laura Pagenhardt. „Die beginnende Wirkung der Investitionspakete der Bundesregierung dürfte ihr in diesem Jahr aber allmählich mehr Schwung verleihen.“

Auch bei den Dienstleistungen keimt Hoffnung auf. Ein Ende der Talsohle zeigt sich jedoch erst ansatzweise. Der Einkaufsmanagerindex liegt über der Expansionsschwelle von 50 und ist aufwärtsgerichtet, während der ifo Geschäftsklimaindex noch eine eher trübe Stimmung anzeigt. Das Konsumklima ist weiterhin gedämpft. Dies hängt wohl auch mit der aktuell noch angespannten Lage am Arbeitsmarkt zusammen. Mit einer schrittweisen Verbesserung ist aber auch im Dienstleistungsbereich zu rechnen.

„Endlich keimt Hoffnung für die deutsche Wirtschaft auf“, resümiert Konjunkturexperte Guido Baldi. „Es braucht aber noch etwas Geduld, bis die Investitionspakete der Bundesregierung die Konjunktur sowie die Stimmung bei Haushalten und Unternehmen deutlich aufhellen und so zu einem selbsttragenden Aufschwung führen.“


























Leserumfrage
Wir schätzen Ihre Expertenmeinung!
Hier ist unsere Leserumfrage:
schnell & unkompliziert
Jetzt starten!