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26.01.2026 Gewusst wie: Lichtmanagementsysteme in Betrieb nehmen

Die Inbetriebnahme eines Lichtmanagementsystems ist komplex und eine entscheidende Phase im Bauprojekt. Denn sie umfasst weit mehr als die bloße Installation der Leuchten. Für die reibungslose Integration der Beleuchtungstechnik in die Gebäudeinfrastruktur und eine effiziente Nutzung der modernen Systeme ist vorab eine sorgfältige Planung und Dokumentation unverzichtbar, so die ZVEI-Brancheninitiative licht.de.

Ergänzt wird die Lichtplanung durch eine Elektroplanung nach geltenden elektrotechnischen Normen. Sie definiert auch die Not- und Sicherheitsbeleuchtung und bindet das System in die Gebäudeinfrastruktur ein, damit andere Gewerke später mit dem Lichtmanagementsystem interagieren können. Ein gemeinsam erstellter Installationsplan schützt dabei vor unliebsamen Überraschungen.

Die Elektroinstallation steht in der Regel vor der Inbetriebnahme des Lichtmanagementsystems. Leuchten werden an die Stromversorgung und verdrahtete Kommunikationssysteme an eine BUS-Leitung angeschlossen. Sollten sich vor Ort Abweichungen vom Installationsplan aufgrund bautechnischer Gegebenheiten ergeben, müssen sie dokumentiert werden.

Parametrierung und Funktionstest für eine fehlerfreie Inbetriebnahme

Bei der Inbetriebnahme von Beleuchtungsanlagen sollte die Vornorm DIN CEN/TS 18036 beachtet werden. Einige Lichtmanagementsysteme haben einen Schnellstart mit vorgegebenen Werkseinstellungen. Die Parametrierung der Lichtsteuerung nimmt meist ein Installateur oder Systemintegrator vor – also üblicherweise nicht die planenden Gewerke. Deshalb muss genau definiert sein, welche Leuchten oder Leuchtengruppen sich in welcher Situation, bei welchem Auslöser und zu welchem Zeitpunkt wie verhalten sollen – vom einfachen Zeitschaltmodus bis zur komplexeren, präsenz- und tageslichtabhängigen Regelung oder der Integration von Human Centric Lighting. Nach der Elektroinstallation ist ein Funktionstest sämtlicher elektrischer Anschlüsse sowie der verlegten BUS-Leitungen notwendig, um mögliche Fehlerquellen gleich auszuschließen.
Auch der Zeitpunkt der Inbetriebnahme muss sorgfältig gewählt werden, da Lichtmanagementsysteme während der Aktivierung oft vorübergehend die Beleuchtung verändern, was in sensiblen Bereichen wie Krankenhäusern zu Problemen führen könnte.

Einfacher Transfer von der digitalen in die reale Welt

Die fortschreitende Digitalisierung in der Lichtplanung und -steuerung ermöglicht eine zunehmend cloudbasierte Inbetriebnahme von Beleuchtungssteuerungen. Die Nutzung digitaler Zwillinge und BIM-Modelle macht die Parametrierung effizient und unabhängig von der physischen Lokalisierung der Komponenten. Das vereinfacht den Transfer von virtuellen Projekten in die reale Welt, spart Zeit und Kosten.

Für eine weitergehende Automatisierung werden die Endgeräte mit Geo-Referenzen versehen und ihre digitale Identität mit der realen Position in der Anlage verknüpft. Durch diesen Ansatz können komplette Projekte inklusive Funktionen, Gruppen und Schnittstellen bereits im Vorfeld digital definiert werden. Vor Ort müssen dann lediglich die physischen Geräte mit ihren virtuellen Pendants verbunden werden, was die Inbetriebnahme erheblich verkürzt. Auch eine schrittweise Vorgehensweise wird möglich, bei der direkt nach der Installation eine voll funktionsfähige Anlage zur Verfügung steht.


























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