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26.01.2026 Flächenvergleich: Anteil und Entwicklung der Wohn-/Gewerbeflächen

Diskussionen rund um den Wohnraummangel gehören in Deutschland längst zum Alltag. Doch wie viel Wohn- und Gewerbefläche gibt es in den einzelnen Bundesländern tatsächlich und wie hat sich das Verhältnis in den vergangenen Jahren verändert? Der Büro- und Telefondienstleister ebuero (www.ebuero.de) ist dieser Frage nachgegangen und hat den Anteil von Wohn- und Gewerberäumen ins Verhältnis zur jeweiligen Landesfläche gesetzt. Darüber hinaus wurde die Entwicklung im Zeitraum 2020 bis 2024 untersucht. Das Ergebnis: in Bayern konnte der stärkste Zuwachs an Industrie- und Gewerbeflächen festgestellt werden und unter den Stadtstaaten liegt Bremen vorne.

Hauptstadt an der Spitze der Stadtstaaten

Berlin führt das Ranking in Bezug auf die Stadtstaaten deutlich an: Über ein Viertel der gesamten Stadtfläche wird 2024 für Wohnraum genutzt (25,27 Prozent). Dahinter folgt Hamburg mit 22,35 Prozent und Bremen mit 16,70 Prozent anteiliger Wohnbaufläche. Stadtstaaten zeichnen sich durch ihre kompakte, städtische Struktur aus. Die hohen prozentualen Anteile zeigen, wie stark Wohnraum dort auf begrenzter Fläche verdichtet ist, während große Flächenländer wie Bayern oder Sachsen-Anhalt anteilig deutlich weniger Wohnfläche haben, dafür aber höhere absolute Flächenwerte.

Unter Betrachtung der Flächenländer, führen das Saarland (8,20 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (7,28 Prozent) das Ranking an. Sachsen landet auf Platz drei mit 4,51 Prozent, gefolgt von Baden-Württemberg mit 4,5 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern wird hingegen anteilig weniger Fläche für Wohnraum genutzt. Lediglich 416 km² (1,79 Prozent) werden hier vom Hochbau eingenommen. In Thüringen sind es 2,04 Prozent, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit einer Fläche von 421,38 km² (2,05 Prozent).

Sachsen-Anhalt verzeichnet den größten Zuwachs bei der Flächennutzung
Sachsen-Anhalt verzeichnete trotz anteilig geringer Nutzung von Wohnraumfläche zwischen 2020 und 2024 dennoch den deutlichsten Zuwachs. Die Wohnbaufläche stieg in diesem Zeitraum um 10,56 Prozent und wuchs somit von 381,14 auf 421,38 km². Auch Rheinland-Pfalz konnte seinen Wohnraum ausweiten und kommt auf ein Plus von 9,4 Prozent. Dahinter folgen Mecklenburg-Vorpommern mit einem Wachstum von 7,16 Prozent sowie Brandenburg, das seine Wohnbaufläche um 4,49 Prozent erhöhte.

Bayern bildet mit einem Zuwachs von 3,16 Prozent den Abschluss der Top fünf und zeigt damit ein moderateres, aber dennoch kontinuierliches Wachstum. Ganz anders stellt sich die Situation in Thüringen dar. Dort ist die Wohnbaufläche im selben Zeitraum leicht zurückgegangen. Während 2020 noch 335,97 km² Wohnfläche zur Verfügung standen, sind es 2024 nur noch 330,20 km², was einem Minus von 1,72 Prozent entspricht.

Gewerbeflächen im Vergleich: Wo Deutschland am meisten Raum für Unternehmen bietet

Den höchsten Anteil an Industrie- und Gewerbegebieten findet man unter den Stadtstaaten in Bremen. Hier betrug der Anteil 11,93 Prozent von der Gesamtfläche – trotz Rückgang von 3,38 Prozent über die vergangenen vier Jahre. Hamburg liegt mit 9,29 Prozent und einer Gewerbefläche von 70,16 km² im Jahr 2024 an zweiter Stelle, gefolgt von Berlin mit 7,47 Prozent.

Nordrhein-Westfalen und das Saarland belegen unter den Flächenländern mit jeweils 3,07 und 3,03 Prozent den ersten und zweiten Platz, gefolgt von Baden-Württemberg mit 2,13 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern hingegen wird mit lediglich einem Prozent die geringste Fläche für Industrie und Gewerbe genutzt.

Bayern führt beim Ausbau von Industrie- und Gewerbegebieten

Beim Ausbau von Industrie- und Gewerbeflächen liegt Bayern bundesweit an der Spitze. Zwischen 2020 und 2024 vergrößerte sich die gewerblich nutzbare Fläche dort um 7,89 Prozent. Während Unternehmerinnen und Unternehmer im Jahr 2020 noch 935,20 km² nutzen konnten, stehen heute bereits 1.009 km² zur Verfügung. Auch Rheinland-Pfalz verzeichnet einen deutlichen Anstieg: Innerhalb von vier Jahren wuchs die dortige Industrie- und Gewerbefläche um 6,38 Prozent. Auf dem dritten Platz folgt Sachsen-Anhalt, das seine gewerbliche Nutzfläche um 4,96 Prozent ausweiten konnte.

Auffällig ist jedoch, dass gleich vier Bundesländer einen Rückgang ihrer Industrie- und Gewerbeflächen melden. Am stärksten betroffen ist Thüringen mit einem Minus von 12,05 Prozent. Dahinter folgen Brandenburg (–6,10 Prozent), Bremen mit (–3,38 Prozent) und Berlin, wo die Flächen leicht um 0,14 Prozent zurückgingen.

„Die Analyse zeigt, dass Wohn- und Gewerbeflächen längst zu einem zentralen Standortfaktor geworden sind. Besonders spannend ist die Dynamik der letzten Jahre: Während Bayern beim Ausbau von Industrie- und Gewerbeflächen Spitzenwerte erzielt und damit ein verlässliches Investitionsklima schafft, zeigt Sachsen-Anhalt, dass gezielter Ausbau von Wohnraum ein wirksames Mittel gegen Wohnungsmangel ist.

Gleichzeitig verzeichnen andere Bundesländer wie Thüringen Rückgänge bei Gewerbe- oder Wohnflächen. Wer heute investieren oder expandieren möchte, muss diese regionalen Entwicklungen genau berücksichtigen – Planungssicherheit entsteht vor allem dort, wo Flächen konsequent geschaffen, erhalten und weiterentwickelt werden“, sagt Laura Keddi, VP Marketing & Customer Success bei ebuero.



























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