22.01.2026 Chance Landtagwahl: Bezahlbares Wohnen braucht bezahlbares Bauen
Baden-Württemberg leidet unter massivem Wohnungsmangel. Derzeit fehlen 192.000 Wohnungen. Hohe Baukosten, lange Genehmigungsverfahren und restriktive Finanzierungen sind Gründe dafür. Der Vorsitzende des BFW Baden-Württemberg, Dirk Graf, fordert deshalb anlässlich der Landtagswahl im März „einen politischen Kurswechsel: weniger Ideologie, mehr Wirtschaftlichkeit und schnelle, praxistaugliche Entscheidungen, um Vertrauen zu schaffen, Kosten zu senken und den Wohnungsbau wieder in Gang zu bringen“. BFW-Geschäftsführer Gerald Lipka ergänzt: „Der Neubau stagniert trotz erster Hoffnungssignale. Die Baukosten müssen gesenkt werden, denn bezahlbares Wohnen erfordert bezahlbares Bauen.“
Die Lage am Wohnungsmarkt in Baden-Württemberg gleiche derzeit einem Wetterwechsel mit vielen Fronten. Zwar habe das Statistisches Landesamt Baden-Württemberg für das dritte Quartal 2025 einen deutlichen Anstieg der Baugenehmigungen um 24,6 Prozent gemeldet, doch Genehmigungen allein schafften noch keinen Wohnraum. So zeigten regionale Daten, etwa für Stuttgart, erneut rückläufige Genehmigungszahlen. Ob gebaut werde, entscheide sich an Finanzierung, Kosten und Planungssicherheit.
Dabei sei der Bedarf enorm. Eine aktuelle Studie des Pestel-Instituts beziffere das Defizit auf bundesweit 1,4 Millionen Wohnungen; in Baden-Württemberg fehlten rund 192.000 Einheiten. „Wohnraummangel ist längst ein Standortnachteil – für Fachkräfte, Unternehmen und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes,“ warnte der Vorsitzende Dirk Graf.
„Unsere Unternehmen wollen bauen – und sie müssen bauen, um bestehen zu können“, betonte Gerald Lipka. Doch private Käufer agierten zurückhaltend und institutionelle Investoren warteten auf auskömmliche Renditen. Banken verlangten hohe Vorvermarktungsquoten und Eigenkapitalanteile. Bezahlbarkeit fange bei der Finanzierbarkeit an. Neubauprojekte würden von den Banken als wirtschaftliches Risiko angesehen und deshalb mit Risikozuschlägen belastet. Auch die von den Banken geforderten hohen Vorvermarktungsquoten bremsten den Bau größerer Wohneinheiten. Letztlich flössen staatliche Fördermittel indirekt auf die Konten der Banken.
Private Investitionen mobilisieren – Vertrauen schaffen
Noch 2022 seien private Haushalte in Baden-Württemberg mit 62 Prozent der Investitionen am Wohnungsbau beteiligt gewesen. Dabei seien Private nicht nur als Selbstnutzer, sondern auch als Bauherren von Mietwohnungen aktiv. Heute scheiterten viele Selbstnutzer an den verschärften Kreditbedingungen. Private und institutionelle Anleger erwarteten höhere Renditen. „Nach wie vor unterschätzt die Politik die Bedeutung von Eigentumsbildung und privater Investoren,“ bedauerte Geschäftsführer Lipka. Dabei sei privates Kapital unverzichtbar – gerade bei knappen öffentlichen Kassen.
Wohnungsbau gelinge nicht allein über Förderprogramme oder öffentliche Wohnungsbaugesellschaften. Wohnungsbau kenne keine „guten“ oder „schlechten“ Bauherren. Miet- und Eigentumswohnungen, frei finanzierter und geförderter Wohnungsbau: Alle Segmente würden gebraucht. Auch Bestandsentwicklung sei wichtig, reiche aber nicht aus. Flächenbedarf bleibe Realität – für Wohnen aber ebenso für Infrastruktur und Wirtschaft. Klar sei auch: „Wir brauchen stabile Rahmenbedingungen, denen Investoren langfristig vertrauen können,“ so Lipka.
Kosten senken, Verfahren beschleunigen
So müsse die Bundesregierung bereits vor der Sommerpause ein praxisnahes Gesetz zum Gebäudetyp-E beschließen, auf überzogene Goldstandards verzichten und den Wohnungsbau-Turbo zu Gunsten des Neubaus nachschärfen. Die degressive AfA sei ein richtiger Schritt gewesen, jetzt müssten Möglichkeiten des Schuldzinsabzugs für Selbstnutzer geprüft und KfW-Fördermittel langfristig gesichert werden.
Baden-Württemberg solle die Grunderwerbsteuer für Ersterwerber senken, wie dies bereits andere Länder machten. Die Landesbauordnung müsse mit Erleichterungen auch für den Neubau weiter reformiert, und die Eigentumsbildung – etwa durch Eigenkapital ergänzende Landesbürgschaften – gezielt gefördert werden. Dabei gelte es den Zugang zu Fördermitteln auch für Bauträger im sozialen Wohnungsbau zu sichern. Ein eigenständiges Bauministerium sei, wie in der zu Ende gehenden Legislaturperiode, dafür eine wichtige Voraussetzung.
Der BFW Baden-Württemberg unterstützt die Kommunen bei ihrer Forderung nach finanzieller Entlastung für Aufgaben, die ihnen von Bund oder Land gesetzlich übertragen werden. Trotzdem müssten die Kommunen mehr und bezahlbare Grundstücke bereitstellen sowie die Anforderungen in städtebaulichen Verträgen senken und damit an die veränderte Marktlage anpassen. „Überzogene Auflagen und Infrastrukturkosten wie Straßen oder Kitas kann der Wohnungsbau nicht mehr mittragen. Jedem sollte klar sein, dass diese zusätzlichen Kosten auch den Wohnraum verteuern. Höhere Kosten können Eigentümer und Mieter aber nicht tragen und überzogene Forderungen stoppen den Wohnungsbau.
Chance durch die Landtagswahl
Der BFW Baden-Württemberg ruft die Politik auf, mit Blick auf die Landtagswahl im März wirtschaftliche Umsetzbarkeit zum Maßstab für ihre Entscheidungen in der Baupolitik zu machen. „Was zählt, sind schnelle Genehmigungen, langfristig verlässliche Regeln und überschaubare Kosten. Bezahlbares Wohnen setze bezahlbares Bauen voraus. Und wenn Mieter und Eigentümer sich ihren gewünschten Wohnraum wieder leisten können, ist das der beste Verbraucherschutz“, resümierten der Vorsitzende Graf und Geschäftsführer Lipka. Um dies zu erreichen, stehe der BFW Baden-Württemberg auch künftig bereit, den Dialog mit der Politik fortzusetzen – konstruktiv, lösungsorientiert und im Interesse eines starken Wohnungsmarkts in Baden-Württemberg.
Die Lage am Wohnungsmarkt in Baden-Württemberg gleiche derzeit einem Wetterwechsel mit vielen Fronten. Zwar habe das Statistisches Landesamt Baden-Württemberg für das dritte Quartal 2025 einen deutlichen Anstieg der Baugenehmigungen um 24,6 Prozent gemeldet, doch Genehmigungen allein schafften noch keinen Wohnraum. So zeigten regionale Daten, etwa für Stuttgart, erneut rückläufige Genehmigungszahlen. Ob gebaut werde, entscheide sich an Finanzierung, Kosten und Planungssicherheit.
Dabei sei der Bedarf enorm. Eine aktuelle Studie des Pestel-Instituts beziffere das Defizit auf bundesweit 1,4 Millionen Wohnungen; in Baden-Württemberg fehlten rund 192.000 Einheiten. „Wohnraummangel ist längst ein Standortnachteil – für Fachkräfte, Unternehmen und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes,“ warnte der Vorsitzende Dirk Graf.
„Unsere Unternehmen wollen bauen – und sie müssen bauen, um bestehen zu können“, betonte Gerald Lipka. Doch private Käufer agierten zurückhaltend und institutionelle Investoren warteten auf auskömmliche Renditen. Banken verlangten hohe Vorvermarktungsquoten und Eigenkapitalanteile. Bezahlbarkeit fange bei der Finanzierbarkeit an. Neubauprojekte würden von den Banken als wirtschaftliches Risiko angesehen und deshalb mit Risikozuschlägen belastet. Auch die von den Banken geforderten hohen Vorvermarktungsquoten bremsten den Bau größerer Wohneinheiten. Letztlich flössen staatliche Fördermittel indirekt auf die Konten der Banken.
Private Investitionen mobilisieren – Vertrauen schaffen
Noch 2022 seien private Haushalte in Baden-Württemberg mit 62 Prozent der Investitionen am Wohnungsbau beteiligt gewesen. Dabei seien Private nicht nur als Selbstnutzer, sondern auch als Bauherren von Mietwohnungen aktiv. Heute scheiterten viele Selbstnutzer an den verschärften Kreditbedingungen. Private und institutionelle Anleger erwarteten höhere Renditen. „Nach wie vor unterschätzt die Politik die Bedeutung von Eigentumsbildung und privater Investoren,“ bedauerte Geschäftsführer Lipka. Dabei sei privates Kapital unverzichtbar – gerade bei knappen öffentlichen Kassen.
Wohnungsbau gelinge nicht allein über Förderprogramme oder öffentliche Wohnungsbaugesellschaften. Wohnungsbau kenne keine „guten“ oder „schlechten“ Bauherren. Miet- und Eigentumswohnungen, frei finanzierter und geförderter Wohnungsbau: Alle Segmente würden gebraucht. Auch Bestandsentwicklung sei wichtig, reiche aber nicht aus. Flächenbedarf bleibe Realität – für Wohnen aber ebenso für Infrastruktur und Wirtschaft. Klar sei auch: „Wir brauchen stabile Rahmenbedingungen, denen Investoren langfristig vertrauen können,“ so Lipka.
Kosten senken, Verfahren beschleunigen
So müsse die Bundesregierung bereits vor der Sommerpause ein praxisnahes Gesetz zum Gebäudetyp-E beschließen, auf überzogene Goldstandards verzichten und den Wohnungsbau-Turbo zu Gunsten des Neubaus nachschärfen. Die degressive AfA sei ein richtiger Schritt gewesen, jetzt müssten Möglichkeiten des Schuldzinsabzugs für Selbstnutzer geprüft und KfW-Fördermittel langfristig gesichert werden.
Baden-Württemberg solle die Grunderwerbsteuer für Ersterwerber senken, wie dies bereits andere Länder machten. Die Landesbauordnung müsse mit Erleichterungen auch für den Neubau weiter reformiert, und die Eigentumsbildung – etwa durch Eigenkapital ergänzende Landesbürgschaften – gezielt gefördert werden. Dabei gelte es den Zugang zu Fördermitteln auch für Bauträger im sozialen Wohnungsbau zu sichern. Ein eigenständiges Bauministerium sei, wie in der zu Ende gehenden Legislaturperiode, dafür eine wichtige Voraussetzung.
Der BFW Baden-Württemberg unterstützt die Kommunen bei ihrer Forderung nach finanzieller Entlastung für Aufgaben, die ihnen von Bund oder Land gesetzlich übertragen werden. Trotzdem müssten die Kommunen mehr und bezahlbare Grundstücke bereitstellen sowie die Anforderungen in städtebaulichen Verträgen senken und damit an die veränderte Marktlage anpassen. „Überzogene Auflagen und Infrastrukturkosten wie Straßen oder Kitas kann der Wohnungsbau nicht mehr mittragen. Jedem sollte klar sein, dass diese zusätzlichen Kosten auch den Wohnraum verteuern. Höhere Kosten können Eigentümer und Mieter aber nicht tragen und überzogene Forderungen stoppen den Wohnungsbau.
Chance durch die Landtagswahl
Der BFW Baden-Württemberg ruft die Politik auf, mit Blick auf die Landtagswahl im März wirtschaftliche Umsetzbarkeit zum Maßstab für ihre Entscheidungen in der Baupolitik zu machen. „Was zählt, sind schnelle Genehmigungen, langfristig verlässliche Regeln und überschaubare Kosten. Bezahlbares Wohnen setze bezahlbares Bauen voraus. Und wenn Mieter und Eigentümer sich ihren gewünschten Wohnraum wieder leisten können, ist das der beste Verbraucherschutz“, resümierten der Vorsitzende Graf und Geschäftsführer Lipka. Um dies zu erreichen, stehe der BFW Baden-Württemberg auch künftig bereit, den Dialog mit der Politik fortzusetzen – konstruktiv, lösungsorientiert und im Interesse eines starken Wohnungsmarkts in Baden-Württemberg.




