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09.01.2026 Mietnachfrage geht zurück: Niedrigere Einkommen suchen weniger

Das ImmoScout24-WohnBarometer für das vierte Quartal 2025 zeigt weiter steigende Angebotsmieten im Neubau und Bestand, während die Nachfrage zurückgeht. „Die Nachfrage am Mietmarkt ist auf einem hohen Niveau, geht aber deutlich zurück. Das ist zunächst eine gute Nachricht. Wir beobachten jedoch, dass es insbesondere Haushalte mit niedrigerem Einkommen sind, die weniger intensiv nach einer neuen Wohnung suchen“, erklärt Dr. Gesa Crockford, Geschäftsführerin bei ImmoScout24. „Das lässt sich auf die stetig steigenden Mieten und die unsichere Wirtschaftslage zurückführen. Die Politik muss dringend Rahmenbedingungen schaffen, die den Bau bezahlbarer Mietwohnungen fördern.“

Nachfrage nach Mietwohnungen geht in allen Regionsklassen deutlich zurück
Die Nachfrage nach Mietwohnungen geht im vierten Quartal 2025 in allen Regionsklassen deutlich zurück. Im Vergleich zum Vorquartal sinkt das Interesse in den acht Metropolen um 16 Prozent, in kreisfreien Städten um 23 Prozent, im Umland der Metropolen um 17 Prozent und im ländlichen Raum um 20 Prozent. Auch in den Vorjahren ist die Nachfrage jeweils im vierten Quartal gesunken – allerdings nur um minus 3 bis minus 13 Prozent. Das Ausmaß des aktuellen Rückgangs ist somit größer.

Im Jahresvergleich zeigt sich ebenfalls ein deutlicher Rückgang: Verglichen mit dem vierten Quartal 2024 liegt die Nachfrage in den Metropolen um 14 Prozent niedriger, in kreisfreien Städten und im Umland um jeweils 12 Prozent und im ländlichen Raum um 10 Prozent. Dennoch bleibt die Nachfrage auf einem hohen Niveau und liegt deutlich über dem Vor-Corona-Niveau des vierten Quartals 2019.

Haushalte mit niedrigerem Einkommen sind weniger aktiv auf Wohnungssuche
Insbesondere Haushalte mit geringerem Einkommen sind weniger aktiv auf Wohnungssuche: Die Zahl der Haushalte mit einem Netto-Einkommen von bis zu 2.000 Euro, die Mietwohnungen kontaktieren, ist im vierten Quartal 2025 um 7 Prozent niedriger als noch vor einem Jahr. Bei Haushalten mit einem Netto-Einkommen von 2.001 bis 4.000 Euro sind es 2 Prozent weniger. Bei höheren Einkommen steigt hingegen die Zahl der Haushalte bis zu 6 Prozent.

„Die rückläufige Mietnachfrage hat zwei Ursachen: Zum einen führt die Eintrübung am Arbeitsmarkt dazu, dass vor allem Haushalte mit geringerem Einkommen vorsichtiger agieren und arbeitsbezogene Umzüge weniger stattfinden. Zum anderen sinkt durch weniger Zuwanderung die Zahl der Wohnungssuchenden insgesamt”, sagt Dr. Tobias Just, Professur für Immobilienwirtschaft an der Universität Regensburg. “Der Wohnbedarf bleibt dennoch hoch – die Lösung liegt darin, das Bauen bezahlbarer Wohnungen einfacher und schneller zu machen. Hier hilft der Bauturbo im weiteren Sinne.“

Angebotsmieten für Bestandswohnungen steigen weiter

Die Angebotsmieten bei der Neuvermietung von Bestandswohnungen in Deutschland steigen im vierten Quartal 2025 um 1,0 Prozent auf durchschnittlich 8,89 Euro pro Quadratmeter. Im Jahresvergleich bedeutet das ein Plus von 3,7 Prozent. In den acht größten deutschen Metropolen entwickelten sich die Mieten unterschiedlich: München bleibt mit 19,92 Euro pro Quadratmeter die teuerste Stadt und verzeichnet mit einem Quartalsplus von 1,6 Prozent – zusammen mit Stuttgart (15,16 Euro/m²) – auch die stärkste Entwicklung. Frankfurt am Main folgt mit 14,86 Euro pro Quadratmeter und einem Quartalszuwachs von 1,3 Prozent. Im Jahresvergleich legen die Bestandsmieten in Stuttgart um 5,4 Prozent zu – der höchste Wert unter den Metropolen. Frankfurt am Main und Hamburg (13,11 Euro/m²) verzeichnen mit 5,1 beziehungsweise 5,0 Prozent ebenfalls starke Jahressteigerungen. In Leipzig (8,85 Euro/m²) liegen die Angebotsmieten für Bestandswohnungen wie im deutschlandweiten Schnitt 3,7 Prozent über Vorjahresniveau.

Neubaumieten steigen trotz hohem Preisniveau weiter an

Bei Neubauwohnungen steigen die Angebotsmieten in Deutschland im Quartalsvergleich um 0,5 Prozent auf 13,11 Euro pro Quadratmeter. Im Jahresvergleich bedeutet das ein Plus von 3,7 Prozent. München legt um 1,4 Prozent zu und führt auch im Neubausegment mit 26,53 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Berlin, das nach einer Quartalssteigerung von 1,7 Prozent erstmalig die 21-Euro-Marke erreicht. Frankfurt am Main verzeichnet ein Plus von 0,9 Prozent und landet mit 18,84 Euro pro Quadratmeter auf Platz drei. Die stärkste Jahresentwicklung zeigt sich in Köln mit plus 6,8 Prozent auf 17,99 Euro pro Quadratmeter, während Frankfurt am Main mit plus 2,7 Prozent den geringsten Jahresanstieg verzeichnet. Leipzig bleibt trotz Mietanstieg von 4,9 Prozent im Jahresvergleich mit 13,73 Euro pro Quadratmeter die günstigste der Metropolen.




























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