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06.01.2026 Wirtschaftsausblick 2026: Weniger Unsicherheit, robustes Wachstum

2026 dürfte ein Jahr werden, in dem sich die bisher von politischen Risiken, Zöllen und makroökonomischer Unsicherheit geprägte Lage spürbar aufhellt. Zu diesem Schluss kommt Arne Tölsner, Head of Client Group DACH bei Capital Group. Entscheidend sei dabei, dass die Wachstumserwartungen trotz anhaltender Handelsstreitigkeiten, geopolitischer Konflikte und weiterhin erhöhter Inflation insgesamt positiv bleiben dürften. „Global wird ein Wachstum von rund drei Prozent erwartet. Die Prognosen deuten auf ein solides Plus in den USA, eine leichte Stabilisierung in Europa und weiterhin hohe Wachstumsraten in den großen Schwellenländern hin“, so Tölsner. Viele institutionelle Kunden sähen wieder ein Umfeld, in dem Wachstum, Zinsen und Inflation besser planbar seien und damit „mehr Rücken- als Gegenwind“.

Mehr Planbarkeit bei Handelspolitik und Investitionen

Ein wesentlicher Grund für die aufgehellten Aussichten sei die nachlassende handelspolitische Unsicherheit. Nachdem die im Frühjahr 2025 angekündigten US-Zölle die Märkte kurzfristig stark bewegten, hätten spätere Abkommen und eine klarere Linie in der Handelspolitik den Kurs beruhigt. „Die Zolldebatte ist nicht verschwunden, aber sie ist berechenbarer geworden. Das hilft Unternehmen, wieder längerfristige Entscheidungen zu treffen“, erklärt Tölsner. Dies wirke sich positiv auf Investitionen aus, weil Unternehmen Projekte leichter kalkulieren könnten.
Zinsen als Rückenwind, aber nicht als Selbstläufer

Zugleich gehe der Markt davon aus, dass die geldpolitische Straffung nachlasse und das Zinsumfeld verlässlicher werde. Für Tölsner ist dabei weniger die exakte Zahl möglicher Zinsschritte entscheidend als die Richtung: „Eine verlässlichere Zinslandschaft und eine klarere Sicht bei der Handelspolitik dürften die Bereitschaft der Unternehmen erhöhen, wieder langfristige Projekte anzuschieben.“ Staatliche Ausgabenprogramme, insbesondere in den USA, könnten die wirtschaftliche Aktivität zusätzlich stützen.

Gewinne im Fokus: Treiber für 2026 sind breiter als nur Technologie

Für die Aktienmärkte sei vor allem entscheidend, wie sich die Unternehmensgewinne entwickeln. „Am Ende zählt, ob Unternehmen ihre Ergebnisse steigern und wie nachhaltig dieses Wachstum ist“, betont Tölsner. Rückenwind komme dabei aus mehreren Quellen: weniger politischer Nebel bei den Zöllen, eine Belebung industrieller Aktivität, Investitionen in Kapazitäten und Infrastruktur sowie Effizienzgewinne in vielen Branchen.

Die Gewinnschätzungen für 2026 würden entsprechend konstruktiv ausfallen: In den USA werde ein Anstieg von rund 14 Prozent erwartet, in Europa von gut 11 Prozent und in den Schwellenländern von mehr als 17 Prozent. Künstliche Intelligenz bleibe dabei ein wichtiger Investitionsimpuls, etwa über Ausgaben für Rechenzentren, Halbleiter und digitale Infrastruktur, sie sei jedoch nur ein Teil eines breiteren Bildes. Tölsner hebt hervor, dass der nächste Schub an den globalen Aktienmärkten nicht allein von wenigen großen Technologiewerten getragen werde. Vielmehr profitiere eine breite Basis an Unternehmen, die Produktivität steigern, Kosten senken oder neue Erlösquellen erschließen könnten.

Anspruchsvolle Bewertungen sprechen für aktives Management

Trotz des konstruktiven Grundtons warnt Tölsner davor, positive Signale mit grenzenlosem Optimismus zu verwechseln. Viele Aktienmärkte seien anspruchsvoll bewertet, Rücksetzer gehörten in solchen Phasen zum normalen Verlauf. „Kurzfristige Volatilität stellt aus unserer Sicht weniger ein Risiko dar, sondern vielmehr eine Quelle von Einstiegsgelegenheiten – vorausgesetzt, man kann Einzeltitel sauber unterscheiden“, resümiert Tölsner. Das spreche für einen aktiven Ansatz, der Chancen gezielt nutzt und Risiken differenziert steuert.



























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