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20.06.2024 Das sind die Preisträger des DGNB Sustainability Challenge 2024

Alle Gewinner und Finalisten der DGNB Sustainability Challenge 2024 beim DGNB Tag der Nachhaltigkeit in Stuttgart. Bildquelle: DGNB
Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat die Preisträger der DGNB Sustainability Challenge 2024 gekürt. In der Kategorie „Innovation“ setzte sich die Firma Kimm mit ihrem Lehmstein Conclay durch. Als bestes Start-up wurde das genossenschaftliche Unternehmen Hanffaser Geiseltal ausgezeichnet. Das Projekt circularWOOD von der TU München und der Hochschule Luzern gewann im Bereich „Forschung“. Das Grünfassadensystem „Die wilde Klimawand“ war gleich zweimal erfolgreich: Das Projekt erhielt den erstmals vergebenen Sonderpreis „Biodiversität“ sowie den Publikumspreis. Die Preisverleihung erfolgte beim DGNB Tag der Nachhaltigkeit am 18. Juni in Stuttgart.

„Innovation und Nachhaltigkeit sind im Bauen untrennbar miteinander verbunden“, sagt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB. „Wie vielfältig dies aussehen kann, machen auch in diesem Jahr wieder die Unternehmen und Projekte deutlich, die zu den Gewinnern und Finalisten der DGNB Sustainability Challenge zählen. Eine tolle Auswahl, die zeigt, dass sich viel bewegt in der Bau- und Immobilienbranche.“

Naturbaustoffe erfolgreich in den Kategorien „Innovation“ und „Start-up“

Den Erfolg in der Kategorie „Innovation“ verzeichnete das Unternehmen Kimm aus Wabern-Udenborn in Hessen für das Produkt Conclay. Es ist der erste formgepresste, tragende, industriell hergestellte Lehmplanstein in Deutschland. Ein innovatives Herstellungsverfahren ermöglicht es, großformatige Lehmsteine in so hoher Qualität zu erstellen, dass sie vergleichbar mit Wandbaustoffen wie Ziegel oder Kalksandstein verbaut werden können. Die Produktion findet in vorhandenen Industrieanlagen statt und verwendet sekundäre Lehme aus Baugruben und Kiestagebaustätten. Die übrigen Finalisten in dieser Kategorie waren karuun und Roofit Solar Energy.

In der Kategorie „Start-up“ fiel die Wahl auf Hanffaser Geiseltal. Das genossenschaftlich organisierte Unternehmen hat sich 2022 mit dem Ziel gegründet, eine Produktionsstätte für Bau- und Dämmstoffe aus Hanffasern zu etablieren, um die Rohstoffwende voranzutreiben. Das Start-up aus dem Saalekreis kauft Hanfstroh von Landwirten aus der Region und verarbeitet es in einer Faseraufschlussanlage zu Baustoffen, Dämmmaterialien und Halbzeug, das beispielsweise als Zuschlag für Lehmprodukte zum Einsatz kommt. In der Endauswahl setzte sich Hanffaser Geiseltal gegen ecoLocked und Optocycle durch.

Forschungspreis geht nach München und Luzern

Preisträger der DGNB Sustainability Challenge 2024 in der Kategorie „Forschung“ ist circularWOOD. Das Forschungsprojekt der TU München und der Hochschule Luzern hat die Umsetzung zirkulärer Prinzipien im Holzbau untersucht. Erfasst wurden der Stand der Forschung, Forschungslücken und Umsetzungserfahrungen aus der DACH-Region. Außerdem wurden praxisnahe Handlungsempfehlungen entwickelt. Ebenfalls nominiert waren das Projekt PointClouds2LCA von der TU München sowie das Verbundforschungsprojekt Fertigteil 2.0 von der TU Darmstadt, der TU Braunschweig, Thing Technologies und FARO Europe.

Einen studentischen Sonderpreis erhielt Bernadette Lang-Eurisch von der TU Darmstadt. Zur Ermittlung einer optimalen Grünfassadenstrategie hat sie in ihrer Masterarbeit umwelt- und mikroklimatische Effekte urbaner Quartiere mittels Ökobilanzierung und mikroklimatischer Analyse verglichen.

Grünfassadensystem wird doppelt prämiert

Der erstmals vergebene Sonderpreis „Biodiversität“ ging an das Projekt „Die wilde Klimawand“. Dabei handelt es sich um ein Grünfassadensystem mit heimischen Wildstauden, Kräutern, Gräsern und Strukturen sowie darauf abgestimmten integrierten Brut- und Nistplätzen für Wildbienen, Vögel und Fledermäuse. Ziel ist, die Biodiversität und ein angenehmes Stadtklima in urbanen, hochverdichteten Räumen zu fördern. Beteiligt sind das Fraunhofer IBP, die Universität Stuttgart sowie Helix Pflanzensysteme. Für den Sonderpreis „Biodiversität“ waren außerdem karuun sowie istraw nominiert.

Neben diesen durch eine Fachjury vergebenen Auszeichnungen lobt die DGNB seit vergangenem Jahr auch einen Publikumspreis unter allen Finalisten der Sustainability Challenge aus. Bestimmt wurde der Gewinner zu gleichen Teilen aus einer Online-Abstimmung in den vergangenen Wochen sowie einem Voting unter den Teilnehmenden am DGNB Tag der Nachhaltigkeit in Stuttgart. Unter den zwölf Bewerbenden setzte sich das Projekt „Die wilde Klimawand“ durch, das damit gleich doppelt als Sieger aus dem diesjährigen Wettbewerb hervorging.

Breitgefächerte Jury mit renommierten Expertinnen und Experten

Zur Jury der DGNB Sustainability Challenge zählten in diesem Jahr Prof. Dr. Philipp Bouteiller (Artprojekt Entwicklungen GmbH), Dr. Anna Braune (DGNB), Prof. Dr. Michael Braungart (Leuphana Universität Lüneburg), Gerhard Breitschaft (Deutsches Institut für Bautechnik), Dominik Campanella (Concular GmbH), Prof. Moritz Fleischmann-Bergstein (Hochschule Düsseldorf), Gregor Grassl (Drees & Sommer SE), Johannes Kreißig (DGNB), Dr. Christine Lemaitre (DGNB), Martin Pauli (Arup Deutschland GmbH), Martin Prösler (Proesler Kommunikation GmbH), Martin Rodeck (Blacklake GmbH), Prof. Dr.-Ing. Anja Rosen (FH Münster), Gudrun Sack (Tegel Projekt GmbH), Sven Schulz (Bodensee-Stiftung), Prof. Dr.-Ing. Patrick Teuffel (CIRCULAR STRUCTURAL DESIGN) und Prof. Meike Weber (Landeshauptstadt München).

Weiterführende Informationen zu allen Gewinnern und Finalisten der DGNB Sustainability Challenge 2024 gibt es online unter www.dgnb.de/sustainability-challenge. Mitschnitte von den vierminütigen Kurzvorträgen aller Teilnehmenden beim DGNB Tag der Nachhaltigkeit werden in Kürze auf dem YouTube-Kanal der DGNB veröffentlicht.

Alle Gewinner der DGNB Sustainability Challenge 2024 im Überblick:

• Kategorie „Innovation“: Conclay; Kimm GmbH & Co. KG, Wabern-Udenborn
• Kategorie „Start-up“: Hanffaser Geiseltal eG, Mücheln (Geiseltal)
• Kategorie „Forschung“: circularWOOD; Lehrstuhl für Architektur und Holzbau, TU München; Kompetenzzentrum Typologie & Planung in Architektur, Hochschule Luzern
• Studentischer Sonderpreis: „Die Auswirkung von Fassadenbegrünung auf die Lebenszyklusanalyse eines Wohnquartiers unter Einbezug thermischer Simulation“; Bernadette Lang-Eurisch, Institut für Statik und Konstruktion, TU Darmstadt
• Sonderpreis „Biodiversität“ sowie Publikumspreis: Die wilde Klimawand; Institut für Akustik und Bauphysik, Universität Stuttgart; Institut für Landschaftsplanung und Ökologie, Universität Stuttgart; Fraunhofer-Institut für Bauphysik, Stuttgart; HELIX Pflanzensysteme GmbH, Kornwestheim





























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